‹Pretty Boy Floyd› raubt Nationalbank in Zürich aus
Beim Kiosk-Wettbewerb am Bürkliplatz setzte sich ein Beitrag über das Programm hinweg und nahm sich der geschlossenen Fassade der Nationalbank an. Ein städtebaulicher Überfall.
«Langweilig» sei das Gewinnerprojekt. Der Kommentar zum offenen Wettbewerb ‹Kiosk Stadthausanlage›, der in der nächsten Ausgabe von ‹Hochparterre Wettbewerbe› erscheint, fällt ernüchternd aus. Der Unterhaltungswert der prämierten Projekte ist tatsächlich gering. Alles andere als langweilig ist ein Projekt, das bei der Jurierung leer ausging. ‹Pretty Boy Floyd›, wie der Beitrag in Anlehnung an den amerikanischen Bankräuber und die Kultfigur heisst, setzte sich über das Programm hinweg und ordnete die Räume in der alten Schalterhalle der Schweizerischen Nationalbank an. Dabei galt bezüglich Abstand des neuen Kiosks zur Nationalbank doch grundsätzlich: «Je weiter weg, desto besser.»
Ersatzneubau Kiosk Stadthausanlage, Zürich
Projektwettbewerb im offenen Verfahren für Generalplaner
Aufgabe: Ersatzneubau des Kiosks von 1971 mit gastronomischer Nutzung, Marktbüro, Züri-WC und Trafostation
Teilnehmer: 140
Veranstalterin: Stadt Zürich
Fachjury: Jeremy Hoskyn, Claudia Neun, Vittorio Magnago Lampugnani, Guido Hager, Caroline Fiechter, Sigi Stucky
Sachjury: Ingo Golz, Claus Reuschenbach, Tobias Häne, Monika Luck, Kaspar Wenger
Jurierung: Juli 2022
– 1. Rang: Schmid Ziörjen Architektenkollektiv, Zürich
– 2. Rang: Stadler Zlokapa, Basel
– 3. Rang: LOA Lars Otte Architektur, Köln
– 4. Rang: LYRA Lara Yves Reinacher Architekten und Herzog Architekten, Zürich
– 5. Rang: Appels Architekten, Zürich
‹Pretty Boy Floyd›
MMXVI Architekturbüro, Biel
Oliver Dubuis, Edward Jewitt, Sandro Gämperle