Neuland ‹Netto Null›
Wir müssen als Gesellschaft etwas bewegen. Was ‹Netto Null› für unsere Planungs- und Baubranche konkret bedeutet, testete der Kanton Basel-Stadt mit einem ambitionierten Wettbewerb für ein Mehrfamilienhaus.
Basel-Stadt gibt ein hohes Tempo vor. Bereits 2037 will der Stadtkanton den Ausstoss an Treibhausgasemissionen überall auf ‹Netto Null› senken – 13 Jahre vor dem Ziel des Pariser Klimagipfels. Der Wettbewerb für ein Mehrfamilienhaus am Schliengerweg bot einen überschaubaren Rahmen und eignete sich bestens als Lernfeld. Die hohe Gewichtung der Nachhaltigkeit war offenbar attraktiv – 46 Büros haben sich dem offenen Projektwettbewerb gestellt. Der Kanton hatte den Teams einen überschaubaren Katalog an wiederverwendbaren Bauteilen zur Verfügung gestellt. Augenfällig sind darin die vielen Rippendeckenelemente des Lysbüchelparkhauses. Gleichzeitig wurde ein Tool zur Ökobilanzierung mitgeliefert. Das ‹Eco-Tool› wird laufend verbessert, steckte zum Zeitpunkt des Wettbewerbs noch in den Kinderschuhen und war erst als rudimentäre Exceltabelle verfügbar. In der Zwischenzeit steht das weiterentwickelte Webtool allen Planenden gratis zur Verfügung: ecotool.org. Die Erkenntnis daraus: Die Nutzung von Re-Use-Elementen in Kombination mit einer Photovoltaikanlage ermöglicht tatsächlich eine schnelle Amortisation der grauen Energie.
Neubau Mehrfamilienhaus, Pilotprojekt Schliengerweg Netto Null 2040, Basel
Projektwettbewerb im offenen Verfahren
Aufgabe: Viergeschossiger Neubau mit einem hohen Anteil an wiederverwendeten Bauteilen. Fünf bis sieben grosse Wohnungen für das ‹Wohnbauprogramm 1000+› und zwei Kindergärten.
Veranstalter: Kanton Basel-Stadt
Teilnehmer*innen: 46 Teams
Fachjury: Beat Aeberhard, Andrea Klinge, Marc Loeliger, Nico Ros
Sachjury: Jonathan Koellreuter, Gerold Perler, Christina Bronowski
Jurierung: Januar, März und Juni 2023
– 1. Rang: Solanellas Van Noten Meister, Zürich (Projekt überarbeitet)
– 2. Rang: Lorenz Architekten, Basel (Projekt überarbeitet)
– 3. Rang: schnell & co architekturlabor, Zürich
– 4. Rang: Sedano Architecture, Basel, und Maker architecten, Gent (B)
– 5. Rang: Studio Rosa, Wasel Wolf+ Architekten, Basel
– 6. Rang: Buchner Bründler Architekten, Basel
– 7. Rang: Zumstein Architekten, Zürich
– 8. Rang: kollektive architekt, Basel