Leichtfüssig, filigran, fast papieren

Scheidegger Keller Architekten gewinnen den Wettbewerb für ein Wohnhaus in Zürich-Hottingen und ernten das fast uneingeschränkte Lob der Jury.

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28.08.2018 14:34

In Zürich-Hottingen besitzt die reformierte Kirche der Stadt Zürich ein schützenswertes Pfarrhaus, vor allem aber auch eine Parzelle, die westlich an das Grundstück besagten Pfarrhauses anschliesst und noch unbebaut ist. An dieser «besten Wohnlage zwischen Kreuzkirche und Schulanlage Ilgen» soll nun ein «hervorragendes Projekt mit ca. 6 bis 7 Wohnungen» entstehen.
Scheidegger Keller Architekten gewinnen den selektiven Wettbewerb und erhalten das fast uneingeschränkte Lob der Jury. Da ist der Baukörper, der dank seiner vielfältigen Auffächerung nicht nur «schöne Aussenräume» und «überraschende Sichtbezüge» entstehen lässt, sondern gleich auch die Abstandsvorschriften «überlistet». Da ist die Architektursprache, die einmal als «beschwingt», ein andermal als «leichtfüssig» beschrieben wird, «mit einer filigranen, fast papieren wirkenden Metallfassade und grossen Fensteröffnungen in unterschiedlichen Dimensionen, angepasst auf ihre Lage in der Wohnung und ihren Ausblick.» Da sind die Grundrisse, die «alle Vorteile der Übereckanordnungen auskosten» und «grosszügige Eingangsbereiche, sehr unterschiedliche Wohn- und Essräume und Küchen, interessante und trotz ihrer Verwinklung gut möblierbare Zimmer» anbieten.

Grundriss

Leichte Zweifel liessen derweil die eher aufwendige Fassade sowie die gegen Nord-Ost und Hangseite orientierten kleineren Wohnungen aufkommen. Man zerstreute sie aber im ersten Fall mit dem Hinweis auf das «optimale Verhältnis von Hauptnutzfläche zu Geschossfläche», im zweiten mit demjenigen auf die grundrissliche Abdrehung und die dreiseitige Orientierung. Es blieb die Freude über einen ebenso überraschenden wie stimmigen Entwurf. Auf dem zweiten Rang finden sich Edelaar Mosayebi Inderbitzin Architekten mit einem etwas schlichteren, aber nicht minder interessanten Grundriss, auf dem dritten Rang die als Nachwuchsteam geladene Arbeitsgemeinschaft von Nele Dechmann und Johann Reble. Wir gratulieren.

Neubau Sennhauserweg, Zürich Hottingen
Projektwettbewerb im selektiven Verfahren für die Reformierte Kirche Zürich, Stadtverband
Organisation: Planzeit, Zürich
– 1. Rang: Scheidegger Keller Architekten, Zürich, mit Ganz Landschaftsarchitekten, Zürich
– 2. Rang: Edelaar Mosayebi Inderbitzin Architekten, Zürich, mit Blau und Gelb Landschaftsarchitekten, Rapperswil
– 3. Rang: Nele Dechmann Architektur, Zürich, und Johann Reble Architekt, Zürich, mit BNP Landschaftsarchitekten, Zürich (Nachwuchs)
Weitere Teilnehmer:
– Pascal Flammer Architekt, Zürich, mit S2L Landschaftsarchitekten Zürich
– Park Architekten, Zürich, mit Anton Ghiggi Landschaftsarchitektur, Zürich
– Müller Sigrist Architekten, Zürich, und Leimgruber Architekten, Zürich, mit Westpol Landschaftsarchitektur, Basel
– Edelmann Krell Architekten, Zürich, mit AKLA Andreas Kunz Landschaftsarchitektur, St. Gallen
– Romero Schaefle Partner, Zürich, mit Kienastland, Zürich
– Schneider Türtscher Architekten, Zürich, mit Sabine Kaufmann Landschaftsarchitektur, Zürich