Asylzentrum sucht Heimatgefühle

In Buosingen bei Goldau plant der Bund auf dem Gelände eines ehemaligen Campingplatzes ein Bundesasylzentrum. Ortsverträglichkeit ist dabei Trumpf. Ruprecht Architekten gewinnen mit einem Weiler.

Text: Simon Gysel
19.05.2026 14:37

Auf das temporäre Wohnen in der Wagenburg des Campingplatzes Buosingen folgt das temporäre Wohnen im Weiler des Asylzentrums. Die städtebauliche Ausgangslage – Bauen auf der «grünen Wiese» – ist mittlerweile eine Seltenheit. Dreizehn Teams bewarben sich auf den Studienauftrag, fünf durften in einem nicht anonymen Dialogverfahren mit Zwischen- und Schlusspräsentation ihre Vision von einem sensibel in den ortsbaulichen Kontext eingebetteten Asylzentrum entwickeln. Grosses Raumprogramm, längliche Parzelle und die Integration in das Umfeld prägen die Entwürfe. Heraus kamen Variationen auf ein Thema: die voralpine Streusiedlung.
Diese ist gemeinhin geprägt von pragmatischen Entscheiden über die Zeit. Bauernhaus, Stall, Remise, Stöckli, Wohnhaus, Schule, Beiz. Gebaut wird da, wo es passt, die Nutzung bestimmt die Grösse und die lokale Tradition die Form. So entstanden schweizweit «zusammengewürfelte» Häusergruppen, die über eine ablesbare Hierarchie verfügen und etwas Selbstverständliches an sich haben. Diese Gelassenheit, basierend auf der Kongruenz der Form mit der inneren Logik des Gebäudes, vermisst man aber bei den meisten Beiträgen des Studienauftrags.