Wohnen, aber für wen genau?
Die Storchensiedlung in Oetwil am See nimmt die zweite Bauetappe in Angriff. Studio Sintzel gewinnt den Wettbewerb und definiert auch, wer hier künftig wohnen wird. Das Programm konnte es nicht gezielt steuern.
Ein geteiltes Nachdenken
Parallel bereiteten sie ihre Studienreise vor, ins ehemalige Jugoslawien. In jene Region, deren Krieg sie in Zürich als Kinder erstmals bewusst wahrnahmen. Vier Jahre später schaufelten sie sich einen Monat frei, kauften «ein altes Auto» und fuhren los, um die Nachfolgestaaten zu bereisen. Die Zeit war knapp, vieles blieb fragmentarisch, ein «Panoramablick». Umso eindrücklicher die Begegnung mit einer Baukultur, die hier kaum erschlossen war. Sie erzählen von Denkmälern für Partisanenkämpfe, von deren Wegeführung und räumlichen Sequenzen. Von Architektur als Mittel, Geschichte zu manifestieren und Identität aufzubauen. Unterwegs trafen sie auf gepflegte, verfallene und zerstörte Orte, verschiedene Haltungen zum baukulturellen Erbe. Daraus entstand das blaue Büchlein « ugoslavija – Erinnerungslandschaft einer konstruierten Identität», das heute auf dem Tisch liegt. Und ein gemeinsamer Diskurs, ja eine Methode – Fragen, Lesen, Analysieren und immer wieder Fragen –, die ihre Arbeit und ihren Blick auf das Vorgefundene bis heute prägt.