Hochparterre Wandern

Die Lawinenverbauungen von St. Antönien im herbstlichen Nebel Fotos: Ivo Bösch

Ebenhöch und Endloswerk

Samstag, 5. Oktober 2019: in Begleitung von Ortskundigen und Experten zu den Verbauungen von St. Antönien.

St. Antönien lebt mit den Lawinen. Auch im letzten Winter waren Strassen in diesem Ort im Bündnerischen Prättigau tageweise gesperrt. Die Unesco hat eben erst den Umgang mit der Lawinengefahr zum immateriellen Kulturerbe erklärt. Die St. Antönier leben seit Jahrhunderten mit den Gefahren. Doch am 20. Januar 1951 verschüttete eine Lawine zehn Menschen. Zwar wurden neun davon gerettet, aber die Lawine zerstörte 42 Häuser. Der Lawinenwinter 1951 hinterliess in allen Bergtälern Spuren, löste aber in der Folge einen «Boom» der Lawinenverbauungen aus. Bund und Kantone stellten Geld zur Verfügung. In St. Antönien gab es schon seit den 1930er-Jahren Ideen für Verbauungen, aber erst nach der letzten grossen Katastrophe konnten endlich die Anrissgebiete am Tschatschuggen und Chüenihorn mit Verbauungen gesichert werden. Mit den Jahren entstand die grösste zusammenhängende Schutzverbauung der Schweiz. Bis heute wird jedes Jahr daran gearbeitet – ein Endloswerk. Unsere Tageswanderung führt in dieses Gebiet.

Im Winter schützen die Verbauungen am Tschatschuggen vor anreissenden Lawinen.

Wir starten in St. Antönien und sehen wie die Häuser vor Lawinen geschützt sind. Durch den Bannwald geht es in Richtung Tschatschuggen. Wir finden noch die alten Installationsplätze und Bauhütten. Und wir staunen über die Grösse der Verbauungen am Chüenihorn. Selbstverständlich schauen wir uns die verschiedenen Verbauungstypen auch von nah an – alles ohne Schnee.

Die Betonverbauungen werden nach und nach durch stählerne ersetzt.

im Abstieg können wir ein Lawinenschutz-«Ebenhöch» im «Obersthof» mit einem Werk des Künstlers Hans Danuser besichtigen. Während des Tages treffen wir auch Jann Flütsch, der als ehemaliger Gemeindepräsident die Sorgen und Nöte der St. Antönier kennt. Der Fotograf und Architekt Kaspar Thalmann hat die ästhetische Qualitäten der Lawinenverbauungen in einem Buch dokumentiert und berichtet über seine Arbeit.

Lawinenschutz auf dem Grat

Die Wanderung findet In Zusammenarbeit mit dem Museum Regiunal Surselva statt. Das Museum zeigt die Ausstellung «Die weisse Gefahr – Umgang mit Lawinen in der Schweiz». Deshalb begleitet uns auch die neue Museumsleiterin Ursina Jecklin.

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