Skizze der Aufstockung der Halle 118 in Winterthur. Fotos: Baubüro In Situ

«Recycling-Haus wächst in die Höhe»

Das Baubüro In Situ errichtet in Winterthur ein Gebäude weitgehend aus gebrauchtem Baumaterial. ‹Der Landbote› war vor Ort. Ausserdem: Genfer Sport, Berner Messe, Liestaler Parkplätze und Afrikanische Moschee.

Baustellenbesuch mit dem Winterthurer ‹Landboten›: Auf dem Lagerplatz-Areal in Winterthur wächst zurzeit die Halle 118 um drei Geschosse in die Höhe. Nach Plänen des Baubüros In Situ erstellt die Stiftung Abendrot Räume für Werkstätten und Ateliers für Start-ups und Kleingewerbler. Das Spezielle: Das Gebäude wird zu fast zwei Dritteln aus alten Bauteilen bestehen. Fassadenbleche und etliche Fenster stammen von einem Druckereigebäude in Winterthur Grüze, Bodenplatten hatten eine Vergangenheit als Fassadenplatten am Haus Orion in Zürich, das Stahltragwerk stammt aus der Coop-Verteilzentrale in Basel. Bei der Suche nach Bauteilen brauche es neben einem guten Netzwerk auch Glück beim Timing, sagt Architekt Pascal Hentschel in der Zeitung. Gross sei das Potenzial vor allem beim Innenausbau. Beim Beton hingegen spiele es ökonomisch und ökologisch keine grosse Rolle, ob man neuen oder rezyklierten verwende – der Zement als grösster CO2-Treiber sei in jedem Fall neu, sagt In-Situ-Wiederverwertungsexperte Marc Angst. Die Bauarbeiten laufen trotz Corona weiter, Anfang 2021 soll das Gebäude fertig sein.

Weitere Meldungen:

– Die ‹Tribune de Genève› berichtet von Genfer Plänen für den Ausbau der Sportanlagen. Bis 2030 sollen 300 Millionen Franken investiert werden. Die grössten Brocken sind ein Tennis- und Tischtenniszentrum und weitere Anlagen in Bois-des-Frères (27,1 Millionen Franken), eine Eishalle und ein Schwimmbad sowie eine grosse Sporthalle mit 3500 Plätzen in Vernes – Que-d’Arve (27 Mio.), ein Sportzentrum beim Bahnhof Eaux-Vives (68 Mio.) sowie – als grösster Brocken – Neu- und Umbauten in Bout-du-Monde und Vessy.

– Gestern Donnerstag um 15 Uhr unterzeichneten vier Investoren den Vertrag für die Immobilien auf dem Bernexpo-Gelände in Bern: der Thurgauer Immobilien- und Baukonzern HRS Securitas, Visana und Mobiliar. Gemeinsam kaufen sie 45 Prozent der Bernexpo-Immobilien und verpflichten sich, bei der Kapitalerhöhung mitzumachen. Damit leisten sie ihren Beitrag zur Finanzierung der geplanten Eventhalle. ‹Der Bund› berichtet.

– Im Liestaler Einwohnerrat wollten Nathalie Oberholzer (Grüne) und Dominique Meschberger (SP) ein Postulat überweisen lassen, um dem Gewerbe Strassenraum und Flächen von Parkplätzen zu überlassen, damit die Gastronomie wieder mehr Umsätze generieren kann. Die Sperrung von Parkplätzen könnte den Detaillisten und Gastronomen grossen Schaden zufügen, meinten die Gegner. Mit 21 zu 12 Stimmen entschied sich der Rat gegen die Überweisung des Postulats, schreibt die ‹Basler Zeitung›.

– In der Kolumne ‹Aufgefallen› sinniert die ‹Neue Zürcher Zeitung› über die Masalikul-Jinaan-Moschee in Dakar, die mit 30’000 Plätzen als grösste Moschee Westafrikas gilt. Ohne finanzielle Hilfe entstand das Bauwerk in relativ kurzer Zeit, wird perfekt instand und sauber gehalten. Wie ist das möglich, wenn andere Grossbauten steckenbleiben, Gelder versickern und andere Gebäude schlecht unterhalten werden? Vielleicht sei es die Entfremdung, meint David Signer: Viel Afrikaner würden Grossprojekte, die moderne Wirtschaft, Politik und Wissenschaft als «Angelegenheit der Weissen» betrachten. Signer zitiert den Senegalesen Felwine Sarr: «Die afrikanischen Ökonomien würden ihren Take-off erleben, wenn sie den ihnen eigenen Triebkräften gehorchten.

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