Fast alle sind für mehr Transparenz: Archiv der Sammlung Bührle. Fotos: Kunsthaus Zürich

«Die Bührle-Debatte tut uns gut»

Die WOZ spricht mit Stadtrat Richard Wolff, die NZZ mit Stadtpräsidentin Corine Mauch. Wie soll es mit der Sammlung Bührle weitergehen? Der überraschendste Vorschlag: eine Bührle-Kanone im Chipperfield-Bau.

 

In der WOZ: Schon 2012 warnte der damalige Gemeinderat Richard Wolff (AL) vor den Bau des Kunsthauses für die Sammlung Bührle. Das werde ein «Monument für einen Kriegsgewinnler». Zehn Jahre später ist Wolff Stadtrat und findet, Stadt und Kanton hätten ihre Mehrheit im Vorstand der Kunstgesellschaft proaktiver einsetzen können: «Mit der Übernahme der Sammlung Bührle hätte das Kunsthaus die ganze Sache offensiv angehen und eine interessante, lehrreiche Geschichte daraus machen können. Das Kunsthaus hätte die Chance nutzen müssen, um Distanz zur Person Bührle zu gewinnen. Aber das will man nicht. Das Kunsthaus ist schliesslich immer noch eine Domäne des Bürgertums, des Zürichbergs.» Für Wolff, der an den kommenden Stadtratswahlen nicht erneut antreten wird, müsse der Dokumentationsraum zur Sammlung überarbeitet werden, der Leihvertrag gehöre öffentlich und es brauche eine unabhängige Provenienzforschung. «Am besten fände ich, man würde – als Eyecatcher – eine Bührle-Kanone im Erweiterungsbau aufstellen. Dann würde die Finanzierung der Sammlung aus Kriegsgewinnen gleich sichtbar.» Schliesslich müsse man über eine Schenkung der Bilder durch die Stiftung Bührle an die Öffentlichkeit nachdenken. In der NZZ: «Die Bührle-Debatte tut uns gut, auch wenn sie uns weh tut», das sagt die amtierende Stadtpräsidentin von Zürich, Corine Mauch, im Interview der NZZ. Zum Verhalten des Kunsthauses zeigt sie sich «überrascht» und «irritiert». Sie drängt im Streit auf eine Veröffentlichung des umstrittenen Leihvertrags und scheint auch einen vorzeitigen Abgang des Kunsthaus-Direktors für richtig zu halten. Weitere Meldungen? Keine von Belang. (Es sei denn, jemand interessiert sich mit dem Tages-Anzeiger dafür, warum «Stardesigner und Vielflieger» Tyler Brûlé ein grosser Fan von Finnair ist.)...
«Die Bührle-Debatte tut uns gut»

Die WOZ spricht mit Stadtrat Richard Wolff, die NZZ mit Stadtpräsidentin Corine Mauch. Wie soll es mit der Sammlung Bührle weitergehen? Der überraschendste Vorschlag: eine Bührle-Kanone im Chipperfield-Bau.

 

E-Mail angeben und weiterlesen:

Dieser Beitrag ist Teil unseres Abos. Trotzdem möchten wir Ihnen Zugriff gewähren. Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse und wir geben Ihnen unseren Inhalt – Deal?