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«Wir sind an einem Kipppunkt»

Mehr Sesshaftigkeit und weniger Zwangsmobilität propagiert das neue Buch «Dezentralschweiz». Ebenso sinnvolle wie nötige Leitlinien der Raumentwicklung? Der Städtebau-Stammtisch diskutierte.

Am Anfang des neuen Buchs «Dezentralschweiz», das am 14. Dezember im Rahmen des Städtebau-Stammtischs von Hochparterre Vernissage feierte, stand ein Gefühl, erzählt Joris Van Wezemael: Das Gefühl eines Wendepunkts. In den beiden Corona-Lockdowns war die Theorie des mobil-flexiblen Arbeitens plötzlich Alltag geworden, waren neue Handlungsspielräume aufgetaucht – und damit Möglichkeiten für eine nachhaltige Raumentwicklung. «Die Situation ist vergleichbar mit der Einführung des Automobils», sagt der Geograf, Urbanist und Partner bei Ivo Innenentwicklung. «Wir wollten dem Fiebrigen etwas entgegensetzen», ergänzt Mitautor Paul Schneeberger, «wir wollten einen Damm bauen: Für mehr Flächen- und Energieeffizienz – durch mehr Sesshaftigkeit». Als Historiker und Raumplaner weiss Schneeberger um die Katalysatorwirkung von Krisen. Es ist alles vorhanden, wir müssen es nur anders nutzen In «Dezentralschweiz – wie uns Corona sesshafter macht und was dies für unsere Lebensräume bedeutet» untermauern die beiden Autoren das Wendepunkt-Gefühl mit Recherchen und verfestigen es zu Raumentwicklungs-Thesen: Weniger Zwangsmobilität und mehr Sesshaftigkeit können und müssen in ihren Augen nun definitiv als Leitlinien der Raumentwicklung gesetzt werden. Zugunsten des Klimaschutzes, zugunsten besserer Lebensräume. Also braucht es Konzepte für die Stärkung des mobil-flexiblen Arbeitens. Dabei soll der Flächenbedarf keinesfalls noch mehr steigen. Stattdessen schlagen Schneeberger und Van Wezemael vor, die allermeistens monofunktionale Gebrauchsweise des Bestands zur überdenken und flexibilisieren. Zudem sollen kleine Zentren zur Nahversorgung sowie Freiräume zur Naherholung gestärkt werden. Die Geldmittel dafür seien dort zu holen, wo sie heute im Grunde sinnlos eingesetzt würden: Inder Engpassbeseitigung, die sich an den fragwürdigen Spitzenlasten der Mobilität au...
«Wir sind an einem Kipppunkt»

Mehr Sesshaftigkeit und weniger Zwangsmobilität propagiert das neue Buch «Dezentralschweiz». Ebenso sinnvolle wie nötige Leitlinien der Raumentwicklung? Der Städtebau-Stammtisch diskutierte.

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