Jakob bedauert die Zerstörung eines alten, schönen Wegs in der Surselva. Fotos: Leo Tuor

Disla – die alltägliche Zerstörung

In Disla bei Disentis wird ein uralter, schöner Weg zerstört. Der Unverstand hat System. Es heisst Melioration. Oder: Der Bund zahlt, die Gemeinden sorgen für freie Fahrt der schweren Traktoren.

Bald hinter dem Dorf Sumvitg wird die Surselva, das Bündner Oberland, etwas enger. Ein stotziger Hang fällt zum Rhein hinunter. Die Kantonsstrasse ist in ihn eingegraben, ab und zu führt sie über ein auf Stelzen stehendes Lehnviadukt, dann überquert sie einen Bach und bald wird das Tal bei Disentis weiter. Vor dem Bau der Kunststrasse im 19. Jahrhundert führte der Saum- und Karrenweg dem Rhein nach, bis zu zwei Meter breit, Trockenmauern stützten ihn von unten her und sicherten ihn vor dem Hang. Streckenweise ist der alte Weg verschwunden, und dann taucht er auf mit Ruinen, stückweise zwischen Madernal und Disla ist er gut erhalten mit Wegsteinen und Mauern. ###Media_2### Es ist ein schöner Weg. Wer mit dem Velo nach Disentis fährt, holpert ihm entlang; wer wandert, kann Geschichte atmen – Pilger waren da vor tausend Jahren unterwegs, Papst Benedikt V. war auf Durchreise und einige Könige liessen sich über ihn zum Kloster Disentis tragen und dann weiter über den Lukmanier-Pass nach Süden...
Disla – die alltägliche Zerstörung

In Disla bei Disentis wird ein uralter, schöner Weg zerstört. Der Unverstand hat System. Es heisst Melioration. Oder: Der Bund zahlt, die Gemeinden sorgen für freie Fahrt der schweren Traktoren.

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