Das Januar-/Februarheft von Hochparterre im Video.

Hochparterre im Januar 2022

Die Januarausgabe von Hochparterre spürt der Natur unter uns nach. Lesen Sie unter anderem über Wildpflanzen in der Stadt oder Kleider aus Flachs. Ausserdem: Industrielager in Bern wird zu Genossenschaftshaus.

Sie kommen von weit her und leben mitten unter uns. Doch wir nehmen sie kaum wahr. Die Rede ist nicht von Viren, sondern von Stadtwildpflanzen. Der Landschaftsarchitekt und Stadtökologe Jonas Frei stellt in seinem Artikel und in einem Buch einen oft übersehenen Teil der Flora vor, der in Belagsfugen, um Baumscheiben oder auf Baustellen gedeiht und Schuhsohlen oder Strassensalz trotzt. Der Beitrag ist ein Plädoyer für die Wertschätzung der urbanen Biodiversität. Er zeigt, wie sich die Natur dem Menschen anpasst, wenn wir sie für einmal nicht kontrollieren.

Mit den Ressourcen der Natur arbeitet das Luzerner Modelabel Myn, das Noémie Schwaller in ihrem Artikel vorstellt. Die Initiantinnen setzen auf Schweizer Flachs und hiesiges Handwerk. Die lokale, umweltverträgliche Produktion hat jedoch ihren Preis und zeigt damit ein Dilemma im Umwelt- und Klimaschutz: Wer kann ihn sich leisten? Ohne kluge Antwort bleibt er ein Projekt der Eliten. Und führt zu neuen ökonomischen Ungerechtigkeiten.

Einen melancholischen Blick zurück auf ein Kapitel Mensch versus Natur wirft der Schriftsteller Leo Tuor, der sich vergeblich dagegen gewehrt hat, dass ein historischer Weg für neue Traktoren verbreitert wird. Doch der Mensch versucht schon lange, der Natur mehr abzuringen. Gerade in den Bergen. Es geht also auch hier nicht um schwarz oder weiss, sondern um grün und grau.

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