Luigi Colani (1928-2019) Fotos: Gerrit Terstiege

Glanz und Elend: Luigi Colani

Am 16. September starb der deutsche Designer Luigi Colani – der Laute, um den es in den letzten Jahren still geworden war. Ein Nachruf von Gerrit Terstiege.

Ja, auch einen Sarg und eine Urne hat er gestaltet. Und Eierbecher, Trinkflaschen, Spardosen, Computermäuse, Kugelschreiber, Teekannen, Waschbecken, Polizeiuniformen, Brillen, Fernseher, Kameras – und natürlich jede Menge Studien von Flugobjekten und Fahrzeugen, von denen einige wenige in Kleinserie produziert wurden. Man steht etwas ratlos vor diesem ozeanischen Oeuvre, das soviel Trash und Kitsch enthält, so viel leere Gesten und biomorphe Effekthascherei. In den letzten vierzig Jahren war Colani zu einem Ritter von der traurigen Gestalt geworden, der Medien- und Kollegenschelte betrieb und seltsame Verschwörungstheorien von sich gab. In seinen besten Momenten blitzte bei seinen Auftritten so etwas wie Selbstironie durch. Aber wehe, man zweifelte eine seiner Aussagen an. Dann konnte er schnell sehr laut werden und schnitt einem das Wort ab: «Ende der Durchsage!» Eine Neubewerung? Jetzt also ist der gebürtige Berliner 91-jährig in Karlsruhe nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben – u...
Glanz und Elend: Luigi Colani

Am 16. September starb der deutsche Designer Luigi Colani – der Laute, um den es in den letzten Jahren still geworden war. Ein Nachruf von Gerrit Terstiege.

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