Das Buch von Sabine von Fischer zeichnet den Weg der modernen Bauakustik nach.

Hören statt sehen

Architekten gestalten fürs Auge, nicht fürs Ohr. Diese Leerstelle heutiger Praxis möchte ein Projekt der Hochschule Luzern füllen. Ein ETH-Buch liefert dazu die Geschichte und Theorie: die der Akustik.

Im Projekt «Stadtklang – Aktivierung von Klangraumqualitäten urbaner Aussenräume» der HSLU untersuchten Experten interdisziplinär die akustischen Qualitäten städtischer Innenhöfe. «Das Wissen, wie man den Aussenraum eines Gebäudes akustisch gestaltet, ist fast verloren gegangen», sagt Ulrike Sturm, Leiterin des von Innosuisse geförderten Projekts. Es brauche deshalb planerische und gestalterische Überlegungen, um – über den Lärmschutz hinaus – die Klangqualität urbaner Gebiete zu verbessern. Die liefert das Projekt. Eine der Erkenntnise: «Leise ist nicht immer besser.» Ein Thema, das mit der fortschreitenden Verdichtung an Relevanz gewinnen dürfte. Und ein Forschungsprojekt, das die Praxis verbessern möchte.

Ein Buch wiederum nimmt sich die Theorie vor. Es basiert auf einer Dissertation von Sabine von Fischer. Gut lesbar zeichnet es nach, wie sich die Akustik im Laufe des 20. Jahrhunderts zu einer eigenständigen Disziplin entwickelte und seither zu einer fächerübergreifenden Wissenschaft wurde. Fallbeispiele, internationale Forschungen und Wettbewerbsprojekte machen die Theorie anschaulich und greifbar. Und zeigen, wie das wachsende Wissen von Bauphysik und akustischer Wahrnehmung die Architektur  veränderte. Lesenswert!

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