Im Ausland berühmt, von der Zürcher Obrigkeit misstrauisch beäugt: Johann Jakob Scheuchzer (1672-1733).

Der Fragebogen

Nie hätte ich dieses Buch gelesen, wäre es nicht auf Freundinnenfüssen ins Haus geschlichen. Da lag es dann lange auf der Beige der Ungelesenen. Und dann geschah es – ich begann es zu lesen.

Nie hätte ich dieses Buch gelesen, wäre es nicht auf Freundinnenfüssen ins Haus geschlichen. Sie hat daran mitgearbeitet. Da lag es dann lange auf der Beige der Ungelesenen. Was geht mich Johann Jakob Scheuchzer (1672-1733) an? Nebst der Scheuchzerstrasse war mir nur bekannt, dass er einer der Schweizer Geisteshelden war, so wie Albrecht von Haller oder Konrad Gessner. Die eignen als Briefmarkensujet, passen aber nicht in mein Beuteschema. Und dann geschah es, ich begann’s zu lesen. Es erzählt die Geschichte der «Natur-Historie des Schweitzerlandes», die 1718 herauskam. Genauer, es schildert deren Entstehung gespiegelt in Briefen. Denn er begnügte sich nicht mit dem Hörensagen und mit dem Widerkäuen der Literatur. Er wollte es genau wissen. Er brauchte Gewährsleute, die ihm aus Graubünden, dort standen seine Berge, brauchbare Informationen lieferten. Auf dem Korrespondenzweg, denn Leute seines Schlags schrieben Briefe. Haller zum Beispiel in seinem Leben rund 20'000. Doch wie die Briefpartner erreichen? Mit einem Fragebogen. Er stellte 189 Fragen zusammen, alle im Fach Heimatkunde, Abteilung Alpen, Kapitel Graubünden. Wie die Luft sei, wie das Wasser, was mit den Erdbeben, dem Schnee, den Lawinen, der Landesfruchtbarkeit, dem Vieh, der Alpwirtschaft, den Gämsen und Murmeltieren, kurz, wie es den wirklich zugehe im Gebirge? Zu den politischen Verhältnissen herrscht Schweigen. Der Rücklauf war bescheiden, auf die 48 verschickten Fragebögen meldeten sich nur 4 Korrespondenten. Zwei Sorten: Pfarrer und Aristokraten, die einzigen wohl die in den 150 Tälern da oben damals lesen und schreiben konnten. Scheuchzer hatte sich mehr erhofft, denn er wollte auch «Fischer, Hirten, Sennen, Einwohner der Alpen, Bauersleuth, Kräuter- und Wurzelgraberen» erreichen. Bis hierher war das Buch spannend. Es folgte aber eine Auswahl der Korrespondenz, ausgewählte Briefe in der Originals...
Der Fragebogen

Nie hätte ich dieses Buch gelesen, wäre es nicht auf Freundinnenfüssen ins Haus geschlichen. Da lag es dann lange auf der Beige der Ungelesenen. Und dann geschah es – ich begann es zu lesen.

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