Beim Brownbag Lunch von Saint-Gobain Weber beugen sich die Architektinnen über die Materialcollage. Fotos: Gianfranco Rossetti, SBCZ
Im Auftrag von Saint-Gobain Weber

Von glatt bis grob

Mit dem Fassadensystem Marmoran lassen sich verschiedene Oberflächen kombinieren. Die Konstruktion darunter bleibt gleich. Ein Brownbag Lunch in der Schweizer Baumuster-Centrale.

Der Raum der Schweizer Baumuster-Centrale (SBCZ) in Zürich platzt wieder aus allen Nähten – es ist Brownbag-Lunchzeit. Junge, mit Papiersack und PET-Flasche bewaffnete Architektinnen drängen zu den Stuhlreihen. Zwei mannshohe Mock-ups verdichten den Mittag noch zusätzlich. Sie zeigen den Aufbau einer Kompaktfassade, was soll daran besonders sein? Zweierlei, wie Franco Luccarini, Leiter Marketing der Saint-Gobain Weber AG im Vortrag zum Marmoran Fassadensystem erläutert. Erstens die Hochleistungsdämmung: Den Dämmwert einer Schicht, die vor einigen Jahren 30 Zentimeter dick war, erreicht heute ein 18 Zentimeter starkes Paket PIR (Polyisocyanurat). Zweitens der Belag: «Der Architekt kann mit irgendeinem Material zu uns kommen», so Luccarini, egal ob Kratzputz oder Naturstein. Den Mock-up belegen ein mineralischer Putz – fein im Sockelbereich, grob darüber – und längliche Keramikplatten.

Es sind die Fassadenmaterialien der Siedlung ‹Am Glattbogen›. Dieter Bachmann, Parter bei Pool Architekten, stellt das Projekt der ASIG Wohngenossenschaft vor: drei hakenförmige Häuser, die offene und grüne Hofräume bilden. Die viergeschossigen Bauten (der Hausteil an der Strasse ist siebengeschossig) mit insgesamt 229 Wohnungen sind die erste von zwei Etappen. Sie verdoppeln die Ausnutzung von 0,6 auf 1,3. Das typologische Können der Architekten zeigt sich an den beiden Wohnungstypen, die ihrer Lage jeweils das Beste abgewinnen: ein ‹Hallentyp› mit einem grosszügigen Entree im Zentrum und ein ‹Durchwohntyp›, dessen Hauptraum sich von einer Fassade zur anderen streckt. Auf einem Tisch der SBCZ liegen neben Putzmustern, Materialcollagen und Fassadenmodellen ein halbes Dutzend perspektivischer Reliefs. Mit ihnen haben die Architekten die geplante Farbigkeit der Treppenhausräume dargestellt: Mal ist eine Wand apricot, mal rot, mal dunkelblau.

Auch im Äusseren spielt die Farbigkeit eine wichtige Rolle. In den Hofräumen vermitteln Verandazonen mit Sitzbänken zwischen aussen und innen. In diesen Raumschichten sind die Fassaden mit den rot-braunen Keramikfliesen belegt, vor den Obergeschossen ist es der hellgraue Rauputz. Unten glatt und glänzend, oben rau und matt. An der Aussenseite der Hofgebäude kehrt sich diese Mischung um: Der robuste Putz geht bis zum Boden, die Fliesen zeichnen das vierte Geschoss als Abschluss des Hauses aus und verkleiden ausserdem die Kopfseiten. Unter den beiden verschiedenen Materialien sieht es jedoch gleich aus: Die Fassadenkonstruktion benötigt nur ein System.

Keramische Fassaden seien noch immer im Trend, bestätigt der Spezialist von Saint-Gobain Weber. Trends werden aber nicht nur aus Moden, sondern auch aus Möglichkeiten geboren. Drum sind wir gespannt, was das Marmoran Fassadensystem verändern wird. Werden die Materialmischungen an den Fassaden nun temperamentvoller?

Der Brownbag-Lunch ist eine Veranstaltung der Schweizer Baumuster-Centrale Zürich.

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