Architekt Falk Grimm stellt am Brownbag-Lunch in der Baumuster-Centrale das neue Bergrestaurant auf dem Gütsch vor.
Im Auftrag von Saint-Gobain Weber AG

Steine kleben auf 2400 M. ü. M.

Auf dem Gütsch ob Andermatt eröffnet am 21. Dezember ein neues Bergrestaurant. Die ausführenden Architekten vom Büro siebzehn13 stellten das Projekt in der Baumuster-Centrale vor.

Für einen Architekten, der am 21. Dezember ein Bergrestaurants eröffnet, wirkt Falk Grimm vom Büro siebzehn13 erstaunlich ruhig. Am Brownbag-Lunch in der Baumuster-Centrale stellt er den mehr als hundert anwesenden Architektinnen und Architekten das Projekt auf dem Gütsch ob Andermatt vor. Im Rahmen seiner Investitionen in ein besseres Skiangebot, liess der ägyptische Investor Samih Sawiris in den vergangenen zwei Jahren auf 2400 Metern Höhe ein Gebäude für zwei Restaurants erstellen.

Architektenberater Roman Schneider von der Saint-Gobain Weber AG erklärt das Mockup der Fassade.

Siebzehn13 Architekten führten aus, der Entwurf stammt vom Londoner Studio Seilern Architects. Er teilt das Volumen in drei Kuben auf, das Ensemble orientiert sich an der Silhouette eines Schweizer Bergdorfs. Auch die Steinfassade will die lokale Bauart aufgreifen und dem alpinen Charakter entsprechen. Weil in dieser Höhe nur von Mai bis Oktober gebaut werden kann und die Transportwege aufwendig sind, entschieden sich die Planer aber gegen eine tragende Steinmauer. Stattdessen klebte man die Fassadenelemente aus San-Bernardino-Gneis auf die Aussenwärmedämmung. Dabei kam das System Marmoran Ceramo-Robusto zum Einsatz, das bis zu 70 Kilogramm Gewicht pro Quadratmeter hält.

Daniel Schild, Leiter Produktmanagement bei der Saint-Gobain Weber AG, stellt das System Maromoran Ceramo–Robusto vor.

Bauen am Berg bedeutet vor allem Sprengen. Im Frühjahr 2018 starteten die Arbeiten, bis zum Oktober war das Untergeschoss fertig betoniert – «Deckel drauf und eine Skisaison lang warten», erinnerte sich Grimm. Nachdem im Mai darauf die Baustelle vom Schnee freigeräumt war, stellten die Arbeiter in vier Wochen den Holzbau fertig. Dieser prägt den Innenraum mit achtzig Zentimeter hohen Sparren an der Decke. Der Rohbau musste eingepackt und beheizt werden, damit Grundputz und Fliesenkleber nicht einfroren. Dann klebten 15 Handwerker die 500 Quadratmeter Fassade. Das Verbundsystem funktioniert wie eine verputzte Aussenwärmedämmung. Es wird durch das Armierungsgittergewebe gedübelt und mechanisch in der tragenden Unterkonstruktion verankert. «Eine Schweizer Fassade», erklärt Daniel Schild, Leiter Produktmanagement bei der Saint-Gobain Weber AG, Anbieter von Maromoran Ceramo–Robusto. Das gesamte Fassadensystem, Dämmung, Grundputz, Einbettungsmasse und die Keramikkleber stammen aus inländischer Produktion. Für die Dehnungsfugen entwickelten Architekt und Hersteller eine spezielle Variante. Die Steine wurden zuerst aneinandergestossen, dann eine Schattenfuge geschnitten, die das Silikon verbirgt. «Der Stein kommt gut so zur Geltung und das Gebäude gliedert sich in die Landschaft ein», erklärt Falk Grimm.

Das Bergrestaurant Gütsch von siebzehn13 Architekten.

Weniger als zehn Tage bis zur Eröffnung, der Architekt ist optimistisch, dass alles rechtzeitig fertig wird. Die Arbeit auf der Baustelle beginne momentan täglich mit Schnee schaufeln. Gerade sind die Möbel gekommen, es geht ans Einrichten. Die Baumuster-Centrale leert sich langsam, die vollgepackte Vorweihnachtszeit zwingt das Publikum zurück an die Arbeit. In den Ferien ist vielleicht Zeit für einen Besuch auf dem Gütsch.

Der Brownbag-Lunch ist eine Veranstaltung der Schweizer Baumuster-Centrale Zürich.

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