Herzog & de Meuron ergänzen den Sendeturm auf dem Titlis um zwei Balken, um ihn für Touristen zu erschliessen. (Visualisierungen: Herzog & de Meuron)

Technoides Gipfelkreuz

Herzog & de Meuron bauen auf dem Titlis eine neue Bergstation und erschliessen den Sendeturm für Touristen. Dessen Stahlkonstruktion prägt die Architektur beider Bauten.

Über 3000 Meter hoch lockt der Titlis jedes Jahr eine Million Touristen an. Um diesen Ansturm zu bewältigen, haben die Bergbahnen Herzog & de Meuron beauftragt, einen Masterplan für den Gipfel zu entwickeln. Gestern präsentierten die Architekten ihre Pläne. Die Bergstation der Seilbahn, 1967 erbaut, ersetzen sie durch einen Neubau. Die Infrastruktur der Seilbahn bleibt erhalten. «Wie ein flach wachsender Kristall entwickelt sich die Bergstation aus dem Berg heraus», schreiben die Architekten in einer Medienmitteilung.

Ein Neubau wird die Bergstation von 1967 ersetzen.

Vor ein paar Jahren kauften die Bergbahnen den Richtstrahlturm aus den 1980er-Jahren, der durch einen 200 Meter langen Stollen mit der Station verbunden ist. Da die Sendetechnik grösstenteils obsolet geworden ist, soll der Turm künftig touristisch genutzt werden. Herzog & de Meuron fügen zwei Balken in den Stahlturm ein, die Bar, Lounge und Restaurant aufnehmen. «Dadurch entsteht eine ikonische kreuzförmige Figur und der Turm wird vom ursprünglichen Infrastrukturbauwerk zu einem weithin sichtbaren Zeichen transformiert», heisst es in der Medienmitteilung. Im Unterschied zum Chäserrugg, dessen Bergstation die Architekten vor einigen Jahren mit Holz umgebaut haben, prägt die beiden Bauten auf dem Titlis eine technische Ästhetik, abgeleitet von der Stahlrahmenkonstruktion des Sendeturms. Kontext und Klima sind alles, schliesslich ist der Titlis fast tausend Meter höher als der Chäserrugg.

Der Gipfelumbau wird rund 100 Millionen Franken kosten. In einer ersten Etappe bauen die Bergbahnen den Turm ab nächstem Jahr um. 2020 soll dann die Bergstation folgen.

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