Im Schwung

Carlo Clopath hat einen modularen Raumteiler entworfen, der frei durch den Raum mäandriert. Die dynamische, schlanke Konstruktion gewinnt den silbernen Hasen in Design.

Fotos: Jaromir Kreiliger

Carlo Clopath hat einen modularen Raumteiler entworfen, der frei durch den Raum mäandriert. Die dynamische, schlanke Konstruktion gewinnt den silbernen Hasen in Design.

Auf einem schmalen Fenstersims liegen Steinbrocken, eine metallene Lochscheibe, altertümlich wirkende Sägen und ein grimmig dreinblickender japanischer Glücksbringer. «Hier hat der Blitz eingeschlagen», sagt Carlo Clopath und zeigt auf eine Schieferplatte, in deren Mitte ein versengtes Loch klafft, «ich habe sie auf dem Pizzo Corói gefunden.» Das Sammelsurium auf dem Sims mag zufällig entstanden sein. Dennoch erzählt es viel darüber, was Clopaths Schaffen ausmacht. Der Bündner hat Industriedesign an der ECAL in Lausanne studiert, bewegt sich jedoch konsequent an der Schnittstelle zum Handwerk. «Industriedesign basiert auf standardisierten Materialien und Prozessen. Naturmaterialien wie Holz dagegen sind lebendige Rohstoffe, die sich verändern und ganz grundsätzlich voneinander unterscheiden. Kein Brett ist wie das andere», sagt Clopath, der seit der Gründung seines Studios 2013 fast ausschliesslich mit Naturmaterialien arbeitet. Meist mit lokalen Hölzern, aber auch mit Stein, Metall, Lack oder, seit einem Atelierstipendium im südjapanischen Arita, mit Keramik. Wohlgeordnete Objekte auf Tisch und Boden seines Ateliers erzählen von vergangenen und künftigen Projekten: Materialproben, Prototypen aus dem 3-D-Drucker, Pläne und fertige Modelle. Hinter den Fenstern strecken sich Wolkenfetzen über die Berge. ###Media_2### Von Trin nach Kopenhagen und Japan Nach dem Studium ging der junge Designer für ein Praktikum nach Kopenhagen und träumte von Paris. Dennoch sei es «irgendwie logisch» gewesen, nach Trin zurückzukehren. Clopath ist hier geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen. Während seiner Teenagerjahre arbeitete im Häuschen, wo heute Atelier und Werkstatt untergebracht sind, seine Ateliergemeinschaft. Weil Clopaths Freunde und Kolleginnen im Unterland blieben, gehörte es ihm bald allein. Er entwarf einen Käsewagen für Andreas Caminadas Restaurant, ...

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