Zwei Pfahlbauten an der Mole

Am Stadtstrand von Genf bauten Didier Jolimay und Andrea Lebel zwei stählerne Gebäude auf Pfählen. Für ihr Restaurant und die Fischereianlage gewinnen sie den Hasen in Silber.

Fotos: Ariel Huber

Am Stadtstrand von Genf bauten Didier Jolimay und Andrea Lebel zwei stählerne Gebäude auf Pfählen. Für ihr Restaurant und die Fischereianlage gewinnen sie den Hasen in Silber.

Wie ein Pfeil schiesst die Mole vom Quai Gustave-Ador in den Genfersee hinaus. Der schmale Steg trennt die Plage des Eaux-Vives siehe Seite 64 vom Bootshafen der Société Nautique de Genève und verbindet gleichzeitig zwei unterschiedliche Welten am Wasser: hier der öffentliche Erholungsraum des neuen Stadtstrands, dort der erweiterte Hafen des grössten und renommiertesten Jachtclubs der Schweiz. An dieser Mole haben LLJ Architectes – Didier Jolimay und Andrea Lebel – zwei Gebäude errichtet, die entlang der Geraden die dritte Dimension markieren. An der Wurzel der Mole bietet ein Fischereigebäude – Bâtiment pêcheurs – den fünf Genfer Berufsfischern zeitgemässe Arbeitsräume, an der Spitze des Stegs inszeniert ein Restaurant – Bâtiment môle – die Aussicht auf das Seebecken. Die Bronzezeit machte es vor Die Architekten liessen rund hundert Pfähle in den Seegrund treiben. Ganz in der Nähe standen schon vor rund 3000 Jahren Häuser auf Stämmen. Die Neubauten sind streng aus ihrer Funktion heraus konzipiert. Im Fischereigebäude sind fünf Verarbeitungsstrassen aneinandergefügt. Unter einem Vordach entladen die Fischer ihren Fang am Steg. In ihrem Abteil präparieren sie die Fische für den Verkauf oder die Weiterverarbeitung und laden sie auf der anderen Seite des Gebäudes ins Auto. Sitzungs- und Theoriezimmer sowie Einrichtungen für die Fischzucht ergänzen das Raumangebot. Die Stahlkonstruktion lässt zwar Ein- und Durchblicke zu, doch die Bauten und die vorgelagerten Plattformen sind von der Mole abgerückt. Hier ist das Reich der Fischer. ###Media_2### Die Spitze der Mole hingegen, wo das Restaurant sitzt, ist ein Magnet für die Öffentlichkeit. Schnurgerade führt der offene Weg in die pergolaartige Konstruktion hinein. Das flankierende Gebäude fasst den Weg, der dort holzbeplankt ist. Zunächst gibt sich das Haus verschlossen. Nur ein Fensterschlitz b...

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