Bühne frei für die Dickhäuter. Das Licht- und Schattenspiel der mit 271 Fenstern durchlöcherten Dachschale soll an ein Blätterdach erinnern. Fotos: Nelly Rodriguez

Unter einem Dach

Nur die enge Zusammenarbeit von Landschaftsarchitekt, Ingenieur und Architekt hat den Elefantenpark in Zürich möglich gemacht. Dafür gibt es den bronzenen Hasen.

Der Elefantenpark im Zoo Zürich ist ein Prototyp von der Bauaufgabe, von der Konzeption und von der Konstruktion her. Weder Bauherrschaft noch Planer konnten gross auf Erfahrungen anderer zurückgreifen, geschweige denn sie ins Projekt einfliessen lassen. Umso wichtiger war die Zusammenarbeit zwischen den Disziplinen. «Ohne Landschaft gäbe es kein Projekt, ohne Architektur kein Tragwerk, ohne Tragwerk kein Dach», stellt der Architekt Markus Schietsch klar. Trotzdem kann man die einzelnen Elemente unterscheiden: Die Landschaftsarchitektur etwa gehorcht einer strengen Szenografie. Der Besucherweg führt mäandrierend an Lernstationen vorbei und gibt an gezielt gewählten Orten Blicke durch den neu angelegten ‹Wald› auf einzelne Elemente frei. «Die Szenografie hat zwei Ebenen: Zum einen geht es um das Bild der Anlage. Darin spielt das Dach die Hauptrolle. Es ist der visuelle Referenzpunkt, der immer wieder auftaucht und verschwindet. Zum anderen geht es um Inhalte, die der Zoo seinen Besuchern vermitteln will», so der Landschaftsarchitekt Lorenz Eugster.Das lehrreiche Schauerlebnis steigert sich bis zum Höhepunkt: der Halle. Sie ist der architektonische Blickfang der Anlage und überdeckt fast 7000 Quadratmeter. Ihr Dach scheint nur aus einer durchlöcherten Holzschalenkonstruktion zu bestehen. Es sorgt für ein attraktives Licht- und Schattenspiel im Inneren, das an ein Blätterdach erinnern soll. Das Spiel mit dem Naturbild ist lustvoll: «Das Elefantenhaus ist auch Theater, es ist eine grosse Illusion», sagt der Ingenieur Carlo Galmarini. Die von seinem Team entwickelte selbsttragende Schale überspannt bis zu 88 Meter, ihre Form folgt der statischen Ideallinie. Die Pièce de Résistance ist ihr wellenförmiger, 270 Meter langer und auf 200 Tonnen vorgespannter Ringbalken aus Beton. 271 unterschiedliche polygonale Oberlichter durchlöchern rund ein Drittel der Dachfläche. ...
Unter einem Dach

Nur die enge Zusammenarbeit von Landschaftsarchitekt, Ingenieur und Architekt hat den Elefantenpark in Zürich möglich gemacht. Dafür gibt es den bronzenen Hasen.

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