Die Treppe in Chur stösst in den Berg hinein und führt anschliessend auf seier Flanke nach oben. Fotos: Jules Spinatsch

Landschaft: Hase in Bronze

Esch Sintzel Architekten bauen in Chur eine Fussgängerverbindung als «promenade architecturale». Dass sie nicht Landschaftsarchitekten sind, hinderte die Jury keineswegs daran, ihnen den Bronzenen Hasen in der Kategorie «Landschaft» zu verleihen.

Treppenverbindung, Chur: Das TreppenhausDas eine liegt unten: Andres Lieschs ehemaliges Lehrerseminar am Plessurquai in Chur. Das andere thront oben: Max Kaspers Gebäude der Kantonsschule Halde. Einst waren sie zwei unabhängige Schulen, heute gehören beide zur Bündner Kantonsschule. Schülerinnen und Lehrer pendeln in grossen Zahlen zwischen den Gebäuden hin und her. Der Weg über die St.-Luzi-Strasse war lang und umständlich. Deshalb wurde in einem Wettbewerb eine neue Verbindung gesucht — direkt, sicher und behindertengerecht. Esch Sintzel Architekten gestalteten den Weg als eng ineinander verschlungene Komposition. Der Schräglift bildet das Rückgrat, und die zahlreichen Treppenläufe winden sich am, im und auf dem Berg empor. Eine Wand- und Dachkonstruktion hüllt die Treppe ein und macht aus ihr ein Gebäude mit zahlreichen Ausblicken, die den Aufgang zu einer «promenade architecturale» werden lassen. Das Treppenhaus beginnt unten in der Ebene und führt zunächst in eine Höhle hinein, wo es, das Lifttrassee begleitend, einige Läufe aufwärts geht. Dann dreht die Laufrichtung um neunzig Grad, die Treppe stösst ins Freie heraus und öffnet den Blick in die Landschaft, bevor sie sich wieder ans Lifttrassee anschmiegt und den Blick auf den Portikus der St.-Luzi-Kirche lenkt. Mit seiner Dachkonstruktion aus rostendem Corten-Stahl — der einst auch die Fassaden der Kanti Halde einkleidete — fügt sich der Neubau perfekt ins Landschaftsbild. Die grossen Öffnungen machen diesen Aufgang zur Skulptur. Im Innern ist die doppelwandige Stahlkonstruktion weiss gestrichen, die aus dem Aufgang einen lichten Raum macht. Dieser Eingriff spielt die Qualitäten des Ortes aus, befand die Jury und freute sich über den schönen Kontext, in den das Bauwerk eingebettet ist. Dass es nicht das Werk eines Landschaftsarchitekten ist, hinderte sie keineswegs daran, den bronzenen Hasen auf die...
Landschaft: Hase in Bronze

Esch Sintzel Architekten bauen in Chur eine Fussgängerverbindung als «promenade architecturale». Dass sie nicht Landschaftsarchitekten sind, hinderte die Jury keineswegs daran, ihnen den Bronzenen Hasen in der Kategorie «Landschaft» zu verleihen.

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