Zum siebten Mal gestaltet Severin Müller die Hasentrophäen der «Besten».

Der Hasenmacher

Den ersten Holzhasen schnitzte Severin Müller vor vielen Jahren für seine kleine Tochter. Vom Kinderzimmer aus vollzog der Hase einen Siegeszug, der ihn am 4. Dezember wieder auf die Bühne des Vortragssaals im Museum für Gestaltung führt. Dort bekommen ihn die frischgekürten «Besten» Architekten, Designer und Landschaftsarchitekten des Jahres überreicht. Wir haben den Künstler im Atelier besucht.

Den ersten Holzhasen schnitzte Severin Müller vor vielen Jahren für seine kleine Tochter. Vom Kinderzimmer über eine Zürcher Galerie vollzog der Hase einen Siegeszug, der ihn am 4. Dezember wieder auf die Bühne des Vortragssaals im Museum für Gestaltung führt. Dort bekommen ihn die frischgekürten «Besten» Architekten, Designer und Landschaftsarchitekten des Jahres überreicht.
Wie hat sich der Hase über die Jahre verändert? «Die Ohren sind gewachsen», grinst Severin Müller, «weil ich jeweils den Hasen vom letzten Jahr als Schablone verwende.» Die übergrossen Lauscher zeichnen das Tier aus. «Der Hase ist wachsam», erklärt Müller. Seine Werke sollen ohne Kontext funktionieren, sagt der Künstler. Er schaffe es, den Skulpturen eine Seele einzuhauchen, hat es eine befreundete Galeristin formuliert. Um dies zu erreichen, beobachtet Müller lange, recherchiert, sammelt Bilder und zeichnet. So entsteht eine Schablone, die er dann aufs Holz legt, nachzeichnet und «ausschneidet». Schwieriger ist die Übertragung in die dritte Dimension. Dieser Prozess dauert; Müller nimmt verschiedene Anläufe, schmeisst erste Ergebnisse weg.
Wie lange arbeitet er an einem Hasen? «47 Jahre und einen Tag», lautet die Antwort. Weil seine ganze Expertise in die Arbeit einfliesse. Zum einen was das Handwerk, zum andern, was das Sehen der Form im Holz und das Entstehenlassen des Tieres aus diesem betrifft. Erfahrung und Talent seien hier entscheidend. An der Hasenfamilien für die «Besten» arbeitet der Künstler alles in allem ungefähr drei Wochen. In dieser Zeit wohnen die Tiere im Atelier. Das Holz kann trocknen und Severin Müller bringt die feine Korrekturen an. «Es kann eine Kleinigkeit sein, die den richtigen Ausdruck ausmacht», sagt Müller.
Aktuell dösen auf dem Atelierboden vier riesige Holzhunde. Sie werden noch acht Kollegen erhalten und als Gruppe im nächsten Frühling die erste Ausstellung im neuen Güterschuppen des Kunstvereins Glarus bestreiten.

Hochparterre präsentiert «Die Besten 2012» mit freundlicher Unterstützung von Sky-Frame und ComputerWorks.

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