Mit ihrer Recherche zu KI, Tod und Trauer stösst Hanieh Rashid eine wichtige Auseinandersetzung an und gewinnt damit den bronzenen Hasen in Design.
Aus dem Jenseits ins Jetzt
Mit ihrer Recherche zu KI, Tod und Trauer stösst Hanieh Rashid eine wichtige Auseinandersetzung an und gewinnt damit den bronzenen Hasen in Design.
Fotos: Sylvain Leurent
Wir gehen dem Tod gerne aus dem Weg, obwohl wir wissen, dass unser Leben endlich ist. Auch der gemeinschaftliche Umgang mit Trauer ist oft schwierig, ist Sterben heutzutage doch weitgehend Privatsache. In der westlichen Gesellschaft fehlen öffentliche Rituale und Symbole für Tod und Trauer. Wie und wie lange wir trauern, wenn wir von einem geliebten Menschen Abschied nehmen müssen, ist individuell. Dennoch ist unsere Trauer gesellschaftlichen Regeln unterworfen.
Bei einem anderen Thema, das eng damit verbunden ist, ist das nicht der Fall: dem Erlöschen unserer digitalen Spuren. Digitales Sterben ist schlicht nicht vorgesehen, und so geistern unsere Daten nach unserem Tod weiter im Internet herum. Wem gehören unsere Daten, und wer darf darüber verfügen? Solche Fragen zum digitalen Nachlass sind relativ neu. Es gilt, Antworten darauf zu finden. Prompt macht sich eine neue Industrie dieses Vakuum zunutze. Noch sind Angebote im Bereich ‹Digital Afterlife› Nischenprodukte, doch das wird sich vermutlich bald ändern.
Die Designerin Hanieh Rashid stellt mit ihrer Masterarbeit an der HEAD die Themen Tod, Trauer und Erinnerung zur Diskussion. Das Projekt ‹Eternal Us› entwirft ein Szenario der nahen Zukunft, in der KI-Technologien emotionale und reaktionsfähige digitale Darstellungen von Verstorbenen ermöglichen. Das handliche Objekt funktioniert als Portal, über das die Nutzer mit verschiedenen Personen in Kontakt treten können. Ein persönlicher Pod dient als Zugangsschlüssel, um eine ausgewählte Präsenz zu aktivieren. Im Gespräch erläutert Hanieh Rashid, wie es zum Projekt kam und was ihre Absicht dahinter ist.
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Die Themen Tod und Trauer sind eine ungewöhnliche Wahl für eine Diplomarbeit – vor allem, weil ‹Eternal Us› mehr ist als ein Designobjekt. Es ist ein Gerät, mit dem man mit Verstorbenen interagieren kann. Wie kam es zu diesem Projekt? Ha...
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