Das Kinderspital in Zürich ist heilende Architektur von der Typologie bis zum Baudetail. Deshalb geht der goldene Hase in Architektur an Herzog & de Meuron.
«Auch im Spital darf es
vergnügliche Momente geben»
Das Kinderspital in Zürich ist heilende Architektur von der Typologie bis zum Baudetail. Deshalb geht der goldene Hase in Architektur an Herzog & de Meuron.
Fotos: Maris Mezulis
Als man 2012 die Wettbewerbspläne des Kispi sah, war klar: Das wird mindestens spannend. Nun wurde es hervorragend. Schon damals interessierte das Gebäude für Forschung und Lehre weniger als das Akutspital. Fraglos ist der Kontrast reizend. Im Norden der wuchtige Betonturm, der mit den aussenliegenden Fluchtwegen an das Guggenheim von Frank Lloyd Wright erinnert und vor allem Hörsäle, Labore und Büros umfasst. Im Süden der taillierte Gebäudeteppich mit feiner Holzfassade, hinter der all das stattfindet, woran man bei einem Kinderspital denkt: Ärztinnen und Pflegende versorgen Kinder vom ambulanten Notfall bis zum Langzeitaufenthalt. Hier wird gelitten und gespielt, gestorben und genesen.
Im Interview spricht Christine Binswanger, verantwortliche Senior-Partnerin, über die Grenze zwischen kindergerechter und kindischer Gestaltung, das Bändigen der haustechnischen Maschine und worum es bei ‹healing architecture› wirklich geht.
Aufgabe und Ausdruck: Über Komplexität und das Spielerische
Die Zahlen sind eindrücklich: Fast 13 Jahre Planung und Bau, über 2300 Räume und 5,5 Kilometer Korridore für fast 50 Funktionsbereiche, insgesamt knapp 100 000 Quadratmeter Geschossfläche, davon 80 Prozent im Akutspital, das nur drei Geschosse hoch, aber 200 Meter lang und 110 Meter breit ist. Die funktionale und technische, räumliche und konstruktive Komplexität ist enorm. Davon merkt man zunächst wenig, wenn man sich dem Haus nähert. Die Fassade ist ruhig, aber reichhaltig. Über dem zweigeschossigen raumhaltigen Betongitter mit Holzausfachung liegt das Bettengeschoss als Reihe kleiner Häuschen.
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Das Wettbewerbsprojekt hatte eine reine Holzfassade. Wie kam es zur Veränderung? Christine Binswanger: Obwohl der Wettbewerb fast ein Jahr dauerte, hat uns damals vor allem der Anspruch beschäftigt, dass das Spital effizient ist, dass man sich g...
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