Zurückhaltendes Interieur, spektakuläre Seesicht: die Überbauung ‹Neu See Land zwei›. Fotos: Thomas Aus der Au
Im Auftrag von Electrolux

Zurückhaltend eingefügt

Ein Fabrikareal wandelt sich zum Wohngebiet an bester Lage. Das reduzierte Design der Küchengeräte von Electrolux trägt dazu bei, dass nichts der spektakulären Seesicht die Show stiehlt.

Das Seeufer der St. Galler Gemeinde Rorschacherberg steht unter Nutzungsdruck: Wohnen, Arbeiten, Freizeitaktivitäten und Naturschutz beanspruchen Raum. Rund siebzig Kilometer lang ist das Schweizer Bodenseeufer, weite Strecken sind verbaut und öffentlich nicht zugänglich. Entsprechend wichtig sind frei werdende Flächen wie das Kopp-Areal, wo Gärtner derzeit die Grünflächen der neu errichteten Überbauung ‹Neu See Land› gestalten. Seinen Namen erhielt der schmale Streifen zwischen Gleisen und Ufer bereits während des Baus der Eisenbahnlinie, weil er mit Aushubmaterial aufgeschüttet wurde. 1888 kaufte der Textilunternehmer Carl Kopp grosse Teile des neuen Seeanstosses und baute darauf eine Textilveredelungsfabrik. Später übernahm Engelbert Stieger die Firma. Als seine Söhne die Produktion 2010 aufgaben, stand das 13 302 Quadratmeter grosse Areal vor der Transformation vom Industrie- zum Wohngebiet.


Das ehemalige Fabrikareal grenzt direkt an das Ufer des Bodensees.

Nach einem langwierigen Planungsprozess stehen heute vier viergeschossige Wohnhäuser mit Klinkerfassade auf dem ehemaligen Fabrikgelände. «Wir haben uns bewusst gegen eine maximale Ausnützung des Areals entschieden und setzten vielmehr auf Qualität», sagt Patrick Herzog, Leiter Projektentwicklung beim Gesamtdienstleister Thoma Immobilien Treuhand. Entsprechend viel Grünraum gibt es zwischen den Häusern. Zuvor war der Boden grösstenteils versiegelt gewesen. Architekt Hans Bereuter erklärt: «Das Ziel war, die Parklandschaft der östlich angrenzenden Villen bis ins Kopp-Areal hineinzuführen.» Wie einst die Industriebauten liegt auch das östlichste Wohnhaus näher am Ufer, als es die Gewässerschutzverordnung heute vorsieht. Im Gegenzug schufen die neuen Eigentümer einen öffentlichen Zugang zum See und zur vorliegenden Aufschüttung ‹Neu See Land zwei›. Die Liegewiese gehört zur Gemeinde Rorschach und wird vom örtlichen Surfclub und von Badenden genutzt.


Der geplante Steg des Seeuferwegs soll an der Überbauung ‹Neu See Land› vorbeiführen.

Je nach Gebäude sind sämtliche Wohnungen auf den See ausgerichtet. Pläne: Bereuter Architekturbüro

In Anlehnung an den Minergie-Eco-Standard wurden auf den Dächern der neuen Gebäude Photovoltaikanlagen installiert. «Wir erfüllen mehr als siebzig Prozent des Massnahmenkatalogs», sagt Patrick Herzog und verweist auf die kontrollierte Wohnraumlüftung, die Erdsonden-Wärmepumpen-Anlage und das ‹Free Cooling›. Durch die individuellen Wünsche der Käuferinnen unterscheiden sich die 34 Eigentumswohnungen deutlich voneinander. Für den Grundausbau wählten die Architekten hochwertige Oberflächen und Einbauten. Die Wohnküchen sind mit breiten Landhausdielen und einer geschickt platzierten Garderoben-Küchen-Kombination ausgestattet. Wenig lenkt den Blick von der Weite des Bodensees ab, auf den der Grossteil der Wohnküchen ausgerichtet ist.
 

Alle 34 Wohnungen sind individuell ausgebaut.

Durch ihr schlichtes Design passen die Küchengeräte von Electrolux zu verschiedenen Einrichtungsstilen.

Die meisten Küchengeräte stammen vom schwedischen Hersteller Electrolux. Mit ihren verspiegelten Fronttüren fügen sich die Geräte zurückhaltend zwischen den hellen Fronten und den Arbeitsplatten aus Feinsteinzeug ein. Der Geschirrspüler sowie der geräumige Kühlschrank sind in den Einbau integriert. «Für Electrolux sprechen das Design, aber auch die breite Produktpalette und das gute Preis-Leistungs-Verhältnis», so Hans Bereuter. Je nach Wohnungsgrösse ergänzten die Architekten den Backofen um einen Kombi-Steamer. Manche Käufer wählten zudem einen schlichten, grifflosen Weinkühler, in dem sich bis zu 18 Flaschen in der Küche statt im Keller lagern lassen.


Die verspiegelten Fronttüren integrieren sich in das helle Farbspektrum der Küche.

In wenigen Jahren sollen auch Wanderer und Spaziergängerinnen diese Aussicht über den Bodensee geniessen können. Mit einer hauchdünnen Mehrheit hiess die Bevölkerung von Rorschacherberg 2019 den Bau eines Seeuferwegs gut. Ein Steg wird ‹Neu See Land zwei› mit dem Hafen Hörnlibuck verbinden. Ein Stück Industriegeschichte blieb trotz der Umzonung erhalten: In Absprache mit der Denkmalpflege blieben das Hauptgebäude der Fabrik an der Neuseelandstrasse und ein Backsteinkamin bestehen. Im Kamin, der wegen seines Schiefstands erheblich gekürzt werden musste, realisiert Christian Ratti ein Kunstprojekt. 

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