Velorouten in Zürich, Strategie 2030

Zürcher Verkehrsrichtplan «noch etwas rotgrüner»

Vor der Debatte über den Verkehrsrichtplan der Stadt Zürich ist klar: Der Parkplatzkompromiss von 1996 wankt. Ausserdem: Bahnhof und Bäume in Basel, Fleisch in Lausanne und Blick nach London.

Am nächsten Mittwoch beginnt im Zürcher Gemeinderat, dem Stadtparlament, die Debatte über den neuen Verkehrsrichtplan. Seit gestern liegen die Anträge der Kommission vor. ‹Tages-Anzeiger› und ‹Neue Zürcher Zeitung› berichten. «Die linksgrüne Ratsmehrheit nutzt ihre überlegene Mehrheit aus und färbt den stadträtlichen Entwurf des Richtplans noch etwas rotgrüner», schreibt der ‹Tagi›, und die ‹NZZ› meint in einem Kommentar: «Jetzt wird ohne Rücksicht durchregiert».

Die wichtigsten Punkte gemäss ‹Tages-Anzeiger›: Ende des Parkplatzkompromisses; Abbau der blauen Zone; neue Velo-Highways; mehr Tempo 30; Streit um E-Mobilität; neue Buslinien. In einem weiteren Beitrag blickt die ‹NZZ› zusammen mit dem früheren SP-Gemeinderat Bruno Kammerer, einem der Väter des Parkplatzkompromisses, zurück ins Jahr 1996. Das Durchregieren einer Mehrheit ist nicht seine Sache: «Das ist für mich nicht das, was Politik ausmacht. Es ist letztlich eine Frage des Stils. Es geht um Toleranz. Man darf den politischen Widersacher nicht zu Tode dominieren, sondern sollte ihn schätzen».

Weitere Meldungen:

– In Basel eröffneten die SBB gestern den sanierten Westflügel des Bahnhofs. Die historische Bausubstanz wurde freigelegt, sodass die Räume nun wieder lichtdurchflutet sind. Ein erstes Vorprodukt rechnete 2010 mit Kosten von 40 Millionen Franken, später stieg das Budget auf 82 Millionen. Da es beim Umbau immer wieder zu Überraschungen kam, erhöhten die SBB das Budget schliesslich auf 100 Millionen. Die ‹Basler Zeitung› berichtet.

Ebenfalls in der ‹BaZ›: Wegen dem Ausbau der Tramhaltestelle Margarethen im Basler Gundeldinger Quartier werden am 2. August 17 Kugelahorne in der Margarethenstrasse gefällt. Das löste in der Bevölkerung und im Grossen Rat Unmut aus. Doch das Projekt hat alle politischen Instanzen durchlaufen. «Ich kann mich nicht in letzter Sekunde vor die Bagger werfen», sagt Baudirektorin Esther Keller.

– Die Schlachthäuser in Malley bei Lausanne waren von 1945 bis 2002 in Betrieb, 2015 wurden sie abgebrochen. Von der einstigen ‹Cité de la viande› blieben kaum Spuren übrig. Nun erscheint im Infolio-Verlag das Buch ‹Malley, ville animale›. Aus diesem Anlass findet an diesem Wochenende eine Reihe von Veranstaltungen statt, darunter Führungen durch das Quartier. ‹24heures› berichtet.

- ‹Geschüttelt, aber ungerührt. Was England anders macht›, so heisst ein neues Buch, das soeben im Zu-Klampen-Verlag erschienen ist. Die ‹Neue Zürcher Zeitung› druckt daraus einen Text von Marion Löhndorf zu London ab. «Die britische Metropole fasziniert weiterhin, auch wenn ihr die Pandemie zugesetzt hat».

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