Gemeinnützige Türme: die Siedlung Hardau gehört der Stadt Zürich. Soll die Stadt auch von Privaten Wohnungen kaufen? Fotos: Werner Huber

Soll Zürich teure Wohnungen kaufen?

Um den Anteil gemeinnützger Wohnungen in Zürich auf ein Drittel zu erhöhen, soll die Stadt mehr Wohnungen kaufen, fordert die SP. Ausserdem: Mieten in Bern, Art in Zürich, Röhren in Pully, Eisen im Kloster.

Bis 2050 soll ein Drittel der Mietwohnungen in Zürich in gemeinnützigem Besitz (Stadt, Genossenschaften, Stiftungen) sein. Das beschlossen die Zürcherinnen und Zürcher vor knapp zehn Jahren an der Urne. Zwar entstanden zwischen 2015 und 2019 deutlich mehr solcher Wohnungen als in den Jahren zuvor. Doch die Immobilienfirmen bauten noch viel mehr, schreibt der ‹Tages-Anzeiger›. Prognosen sagen, dass bis 2026 von den erwarteten 13’500 neuen Wohnungen nur ein Fünftel gemeinnützig sein wird.
Nun fordert die SP die Stadt auf, pro Jahr 500 Wohnungen auf dem freien Markt zu kaufen – auch teure. Dadurch liesse sich das angestrebte Ziel erreichen. Die FDP ist dagegen: «Das Drittelsziel wird auf dem Papier erfüllt, doch für die Bevölkerung ändert sich nichts», sagt Severin Pflüger, Präsident der städtischen FDP; die Mieten blieben hoch. Auch der zuständige Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne) winkt ab: Gemeinnütziger Wohnungsbau zu einem tragbaren Preis wäre so kaum möglich.


Weitere Meldungen:

- Auch die ‹Berner Zeitung› nimmt sich der Mietpreise an. Eine Auswertung zeigt: Der Traum der grösseren Familienwohnung lässt sich in Bern für viele nicht mehr erfüllen. Der Markt ist ausgetrocknet, die Preise sind hoch. Es lohne sich der Blick über die Stadtgrenze hinaus.

- Einen kleinen Rest des längst für den Bau des Polizei- und Justizzentrums abgebrochenen Güterbahnhofs in Zürich-Aussersihl machte Architekt Ralph Baenziger zum Art Dock, einem Projekt, das sich der Zürcher Kunst widmet. Vor einem Jahr schien das Ende besiegelt: Der Gebäuderest sollte einer provisorischen Treppe auf die Hardbrücke weichen. Nun hat sich der Knoten zwischen Stadt und Kanton gelöst. Die Stadt übernimmt die Hallen für fünf Jahre in Gebrauchsleihe, Baenzigers Art Dock kann bleiben, wie die ‹Neue Zürcher Zeitung› schreibt.

- Zahlreiche Röhren, die im Sonnenlicht glänzen, massive Monoblocks: Die Nachbarn lehnen sich seit dem Frühjahr 2020 gegen die Hässlichkeit der Dächer auf den neuen Wohnbauten in Pully auf. Nun verlangt die Gemeinde, die unbewilligten Installationen zurückzubauen. Erlaubt ist nur, was bewilligt ist: Liftüberfahrten, Kamine und Solaranlagen. Der Rest muss weg. ‹24 heures› berichtet.

- Schon im 12. Jahrhundert wurde beim Kloster Schönthal in Langenbruck (BL) Erz im grossen Stil verhüttet. Mitte der 1990er-Jahre kamen bei Sondierungen im Dürsteltal zwei grosse Öfen zum Vorschein. Nun sind die Untersuchungen abgeschlossen und in einer Publikation veröffentlicht, schreibt die ‹Basler Zeitung›.

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