Spillmann Echsle setzen den Türmen der Militärkaserne einen Turm auf.

Drei Schübchen vorwärts im Kasernen-Prozess

Zürich macht heute beim Planen und Bauen die meisten Schlagzeilen: Die Geschichten reichen von der Kaserne über die ETH bis zu einem ehemaligen Immobilienchef, der heute mit der Klimajugend kämpft.

Noch läuft die gemeinsame Medienkonferenz von Stadt und Kanton Zürich zum Kasernenareal. Der zähe Prozess macht drei Schübchen vorwärts. Das wichtigste für Architektinnen und Architekten: Den Wettbewerb für die Umnutzung der Miliitärkaserne in ein Bildungszentrum für Erwachsene gewinnen Spillmann Echsle Architekten. «Das Siegerprojekt überzeugt, indem die denkmalgeschützte Militärkaserne mit wenigen gezielten Eingriffen den Ansprüchen der künftigen Nutzungen gerecht wird», schreiben Stadt und Kanton Zürich in der Medienmitteilung. «Das Erdgeschoss wird fast vollständig freigespielt, was die gewünschte publikumsorientierte Nutzung ermöglicht. Das zentrale Atrium zieht sich vertikal über alle Obergeschosse und stellt ein attraktives Raumangebot für Lernformen ausserhalb des klassischen Schulzimmers zur Verfügung. Die hellen Plattformen dienen ebenso als Treffpunkt und verleihen der Schule eine unverwechselbare Identität.»
Das zweite Schübchen: Der Masterplan «Zukunft Kasernenareal Zürich» ist in den kantonalen Richtplan eingeflossen und seit Oktober 2019 beschlossene Sache. Damit wird die gesamte als öffentlicher Freiraum nutzbar. Drittens: Bei den Zeughäusern ist man noch nicht so weit, aber hoffentlich bald. Sie sollen weiterhin kleinflächig und gemischt genutzt werden. Die Stadt soll das Zeughausareal für 50 Jahre im Baurecht erhalten und der Kanton Zürich sich mit maximal 30 Millionen Franken an den Umbauten zu beteiligen. Dieses Vorgehen muss der Kantonsrat noch absegnen.

Weitere Meldungen:

– Operation am offenen Herzen der ETH: In den kommenden Jahren werden das Hauptgebäude und die Räume unter der Polyterrasse umfassend saniert, berichtet die NZZ. Unter anderem ist das Büro Mavo Landschaften beteiligt.

– In Bern West beginnt der Stadtberner Versorger EWB ab Montag mit dem Bau eines riesigen neuen Fernwärmenetzes, zentrales Element im Klimapaket der Stadt, schreibt der Bund.

– Das Quartier des Halles in Morges erwacht langsam zum Leben, berichtet 24 Heures.

– Der Bündner Grosse Rat will, dass Neubauten eigene Energie produzieren müssen, steht in der Südostschweiz zu lesen.

– Und zum Schluss noch dies: Anton Affentranger war einst Chef von Implenia. Inzwischen unterstützt er die Klimajugend: «Wer kann heute ernsthaft noch für eine Firma arbeiten, die das Wachstum der Ebit-Marge über die nachhaltige Reduktion des CO2-Footprints stellt?» Das Porträt der NZZ.

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Kommentare

Andreas Konrad 31.01.2020 17:42
Wenige, gezielte Eingriffe in die Kaserne, dem wahren Stadtschloss Zürichs. Mehr braucht es nicht. Das Schloss ist da, der Schlosspark und die Orangerie ebenso. Eine sehr gute Wahl, weil sie die bestehenden Qualitäten erkennt und diese mit wenigen Eingriffen noch verstärkt.
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