Der Natur abgeschaut

Biodiversität und Ökologie sind Schlagworte, die uns täglich begegnen. Nun haben Hobbygärtner die Permakultur entdeckt. Ein Ansatz auch für die Landschaftsarchitektur?

Fotos: Isabel Truniger

Biodiversität und Ökologie sind Schlagworte, die uns täglich begegnen. Nun haben Hobbygärtner die Permakultur entdeckt. Ein Ansatz auch für die Landschaftsarchitektur?

Der Kontrast könnte grösser nicht sein: Links eckig geschnittene Buchshecken und glattrasierte Rasenflächen um Mehrfamilienhäuser aus Beton. Rechterhand drei moderne Holzbauten, umgeben von einer Vielfalt an Sträuchern, Bäumen und organisch geformten Blumen-, Beeren- und Gemüsebeeten. An den Hauswänden verzweigte Spaliere, die Dachterrassen ein grünes Chlorophyllgewusel. Die Siedlung ‹Wohnen in den Bäumen› siehe Hochparterre 8 / 20 im zürcherischen Egg wurde unter Einbezug der Prinzipien der Permakultur erstellt. In enger Zusammenarbeit schufen Bauherrschaft, Architekt und ein Permakulturdesigner einen Ort, an dem «das Zusammenleben von Menschen, Tieren und Pflanzen so miteinander kombiniert wird, dass verschiedene Wechselbeziehungen entstehen und die Bedürfnisse aller Elemente so weit wie möglich erfüllt werden». So steht es in der Erklärung zu den Prinzipien der Siedlung. Um diese Permakulturleitlinie umzusetzen, fanden die Beteiligten neue, teils unkonventionelle Lösungen. So sind bestimmte Innenwände der drei Holzwohnhäuser mit Lehm aus der Baugrube verputzt. Statt die erlaubte Ausnützungsziffer der Attikageschosse auszureizen, entschied sich die Bauherrschaft für grosszügige Dachterrassen. Jan Osterhage von Osterhage Riesen Architekten freut sich über das gelungene Experiment: «Dachterrassen, auf denen Magerwiesen, Gemüse, Obst und Beeren wachsen, waren Neuland für mich: Sie sind atmosphärisch gelungen und auch für die Insektenwelt und die Selbstversorgung sinnvoll.» Sonne, Wind und Wasser gestalten mit Neu war für ihn auch, dass der Architekt nicht den Lead bei der Entwicklung des Projekts hatte: So haben bereits bei der Ausformulierung der Gebäudevolumen sowohl die Bauherrin als auch Ramon Grendene auf eine möglichst optimale, ganzheitliche Einpassung in die Umgebung geachtet. Der gelernte Grafiker ist Permakulturdesigner und führt das Büro...

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