Einführung in Berns Quartiergeschichte und Städtebau, Bildband, Architekturführer und Essay-Sammlung: Der Architekturführer bietet viel.

Wer will modern sein?

Der Architekturfüher «bern modern» ist entlang von Spaziergängen durch Quartiere aufgebaut. Er widmet sich den Wohnbauten der 1930er-Jahre.

Der Architekturfüher «bern modern» ist eine kleinformatige, schlichte Publikation mit einem schönen Einband. Das Buch ist entlang von Spaziergängen durch einzelne Quartiere von Bern aufgebaut und widmet sich Wohnbauten der 1930er-Jahre. Markus Jakobs essayistische Texte werden durch Photos von Adrian Scheidegger und Thomas Telley sowie die theoretische Position von Dieter Schnell begleitet. Nebst einem Gespräch mit dem Berner Architekten Yorick Ringeisen zum Städtebau der Hauptstadt wird vom Kunsthistoriker Ulrich Loock ausserdem die institutionelle Kunstszene zwischen der Jahrhundertwende und dem 2. Weltkrieg umrissen. Etwas eng scheint zunächst der zeitlich spezifische Fokus auf Wohnbauten der 1930er-Jahre. Doch schon beim ersten Durchblättern offenbart die Konzentration auf die Quartierräume den Blick auf eine Stadt, die wenige so kennen. Die historische Altstadt – normalerweise als Protagonistin omnipräsent - wird hier gerne als Wegpfand zugunsten der Wohnquartiere weggelassen. Passend zur sympathischen «provinziellen Gelassenheit» der «berner Moderne« scheint die Attitüde des Spaziergangs. Der Inhalt selbst ist deshalb formal in einzelne räumliche und thematische Exkursionen gegliedert: die kurzen, persönlichen Essays, sowie die Karte im Umschlag werden zur unverbindlichen Einladung, die Quartiere selbst abzuschreiten. Die Texte lesen sich leicht, überspannen grosse Zeiträume, und überzeugen so unter anderem auch mit historischen Anekdoten. Nicht selten beleuchtet das die heutige Stadt neu: Wer wusste beispielsweise, dass der Nordring ursprünglich ein Bahntrassee war? Die vier Quartier-Essays teilen sich eine Eigenschaft mit dem Spaziergang: sie werden in der Perspektive einer einzelnen Person abgewickelt. Hier spaziert Markus Jakob und die Moderne, die ihn interessiert, ist primär diejenige der Form. Auf die einzelnen Gebäude bezogen ist das bauliche Er...
Wer will modern sein?

Der Architekturfüher «bern modern» ist entlang von Spaziergängen durch Quartiere aufgebaut. Er widmet sich den Wohnbauten der 1930er-Jahre.

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