Bahnhofplatz: Südtrakt (Wannerbau) von Jakob Friedrich Wanner, 1865–1871. Fotos: Timothy Vuadens

Der Zürcher Hauptbahnhof in Minecraft nachgebaut

Mit Hilfe der Pläne in Werner Hubers Buch hat der Kantonsschüler Timothy Vuadens den Hauptbahnhof Zürich im Computerspiel Minecraft massstabsgetreu nachgebaut.

«Der Hauptbahnhof war schon immer ganz oben auf meiner Liste», sagt Timothy Vuadens zu seinem Nachbau des Zürich HBs im Computerspiel Minecraft. Die ersten Versuche gelangen ihm nicht, da er die Gebäude quasi freihändig bauen wollte und es deshalb Unstimmigkeiten zwischen der dreidimensionalen Darstellung und dem Grundriss gab. Dann entdeckte Timothy in der Mediathek mein Buch «Hauptbahnhof Zürich» und fand darin die nötigen Pläne, mithilfe derer er die Probleme lösen konnte.

Er baute die Grundrisse im Spiel nach und überprüfte, ob auch mit der Skalierung alles seine Richtigkeit hat. Anschliessend baute er in die Höhe, wobei er sich bei den Fassadendetails auf Fotos abstützte oder einen Augenschein vor Ort machte. Um das Bauen im Spiel zu beschleunigen, nutzte Timothy auch sogenannte Mods – von Usern kreierte Erweiterungen des Spiels. So konnte er den Zürcher Hauptbahnhof innerhalb von knapp drei Wochen bauen.

Im «richtigen Leben» besucht Timothy zurzeit die Kantonsschule Im Lee in Winterthur (genau so wie ich vor vierzig Jahren) und interessiert sich für Bahnhöfe und Untergrundbahnen (genau so wie ich bis heute). Den U-Bahnprojekten für Zürich widmet er auch seine Maturaarbeit, weshalb er mich wegen Informationen und Unterlagen kontaktierte. Und nach der Matura? «Vielleicht ein Architekturstudium», meint Timothy Vuadens. Die Grundlagen dafür hat er. 
 

Hauptportal in der Achse der Bahnhofstrasse.

Museumstrasse: Nordtrakt, Ralph Bänziger, 1991–1996, und Perrondach Gleis 18, Marcel Meili, Markus Peter mit Kaschka Knapkiewicz und Axel Fickert, 1997.

Europaplatz: Zugang zur Unterführung Sihlquai mit der Überdachung von Marcel Meili, Markus Peter mit Kaschka Knapkiewicz und Axel Fickert, 2017. An der Dachuntersicht ist Carsten Höllers «Denkmal für Hans Künzi» angebracht.

Perronhalle Gleise 3 bis 18, Ingenieure der Firma Bell, 1929-1930.

Bahnhofquai: Ehemalige Perronhalle (Wannerhalle), Jakob Friedrich Wanner, 1865-1871, und Nordtrakt, Ralph Bänziger, 1991–1996.

Wannerhalle mit «L’Ange Protecteur» von Niki de Saint-Phalle, 1997.

Wannerhalle, Blick Richtung Bahnhofquai.

Querhalle, Ingenieure der Firma Bell, 1929-1930, mit der grossen Anzeigetafel. Im Hintergrund die Einbauten von Aebi & Vincent Architekten, 2015.

Wannerhalle, Blick Richtung Querhalle; an der Verglasung ist seit 1991 das Kunstwerk «Das philosophische Ei» von Mario Merz angebracht.

Bahnhofplatz: Südtrakt (Wannerbau) von Jakob Friedrich Wanner, 1865–1871.

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