Was für ein Vordach: Comte/Meuwly und MacIver-Ek Chevroulet spannten das Messingblech 2020 gekonnt über die Tür des Clubs Absinth im Val-de-Travers.

Hattrick für Comte/Meuwly

Das Welsche Architektenduo gewinnt den Foundation Award 2020. Nach dem Doppelerfolg im Vorjahr, in dem sie die Wilde Karte und das Kaninchen errangen, ist das ihr dritter Nachwuchspreis.

Im Herbst 2019 gewannen die zwei in Zürich tätigen Romands Comte/Meuwly die ‹Wilde Karte›. Kurz vor Weihnachten heimsten sie das ‹Kaninchen› ein, Hochparterres Hasen-Nachwuchs. Ein Jahr später gewinnen sie nun den ‹Foundation Award 2020›. Seit 2010 zeichnet der von ComputerWorks getragene und von swiss-architects.com, Hochparterre und dem Schweizerischen Architekturmuseum unterstützte Nachwuchspreis ein junges Büro aus.

1. Preis: Industrielle Allesgestalter
Comte/Meuwly überzeugten 2020 nicht nur mit ihrem fotografischen Langzeitprojekt ‹Daily Life Love›, das eigenwillige Momente der gebauten Welt sammelt. Die Jury war beeindruckt ob des grossen Outputs – 2020 schufen die beiden Adriens eine Lampenserie, einen Anbau, einen Gartenkiosk und ein grandioses Vordach – und der Qualität. Das Interesse an industriellen Materialien, die Härte und Leichtigkeit ihrer Arbeit sei «überraschend und frisch». Das Kulturfernsehen arttv.ch würdigt die Arbeit in einem Videoporträt.

Das Fotoprojekt ‹Daily Life Love› sammelt eigenwillige Momente gebauten Alltags.

Für die Genfer Galerie Ruine fertigten die beiden Adriens 2020 die Lampenserie ‹Bend it like it’s hot!› aus galvanisierten Stahlrohren.

Stahl und Glas, Pflanzen und Transparenz: Im Gartenkiosk im Val-de-Travers, einer Kollaboration mit MacIver-Ek Chevroulet, kommen die Dinge 2020 zusammen.

Anders, leicht und schräg: Wintergarten- und Balkonanbau in Cernier, ebenfalls 2020, ebenfalls mit MacIver-Ek Chevroulet.

2. Preis: Handwerkliche Theoretiker
Solanellas Van Noten Meister kommen aus verschiedenen Ländern und arbeiten nun ebenfalls in Zürich. Im Atelier Kōbō, das sie mit Künstlern, Designerinnen und Gewerbetreibenden teilen, forschen sie selbst an Materialien und Handwerk. In Winterthur bauten sie ein Musikatelier im Keramikkleid aus 1650 selbstgefertigten Ziegeln in 21 Blautönen. Hier, so schreibt die Jury, «kommen Kopf und Hand zusammen».

Materielles Experiment, handwerkliche Eigenproduktion und ein gebautes Musikatelier – das brachte Solanellas Van Noten Meister den zweiten Preis.

3. Preis: Naturbewusste Brückenbauerin
Oekofacta heisst das Büro der in Kirgistan ausgebildeten Architektin Saikal Zhunushova. Natürliche Baustoffe, passives und solares Bauen prägen ihr Werk. Im Umbau eines Oberländer Flarzhauses mit Speicherofen, Fensterbänken aus Schieferstein und lehmverputzten Holzwänden sieht die Jury eine «bodenständige Haltung». Ausserdem weiss die Architektin, die Schweiz und ihre Heimat mit Handwerksaufträgen, Workshops und Seminaren in beide Richtungen zu verbinden.

Der Sinn für Mensch und Umwelt, das bodenständige Bauen und die Vernetzung von Schweiz und Krigistan – das brachte Oekofacta den dritten Preis.

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