Der denkmalgeschützte Bau bietet nicht das alt vertraute Bild, sondern er überraschte mit einem dunkel, fast schwarz gestrichenen Turm.

Drei Leben der Sihlpost

Zwei Leben hat die Sihlpost in Zürich schon hinter sich. Kürzlich hat sie das dritte begonnen. Eine digitale Geschichte von Hochparterre in Wort, Bild und Plan.


Als Ende letzten Jahres an Sihlpost die Hüllen fielen und hinter dem Baugerüst das historische Gebäude zum Vorschein kam, staunte Zürich nicht schlecht: Der denkmalgeschützte Bau bot nämlich nicht das alt vertraute Bild, sondern er überraschte mit einem dunkel, fast schwarz gestrichenen Turm (Warum die Farbe falsch ist, erklärt Werner Huber in der aktuellen Ausgabe von Hochparterre). Damit beginnt die Sihlpost nun schon ihr drittes Leben. Das erste als neue Zürcher Hauptpost begann vor bald neunzig Jahren: Im Dezember 1926 bewilligte die Bundesversammlung den Baukredit von 8,051 Millionen Franken, im folgenden September begannen die Bauarbeiten. Werner Huber erzählt die drei Leben der Sihlpost in Wort, Bild und Plan. Bitte hier entlang.

Kommentare

catwoman 25.02.2016 15:46
Langsam frage ich mich, was mit euch los ist in der Redaktion. Artikel über den falschen Farbton beim Überstreichen von Graffiti und nun endlose vergeudete Seiten im Heft wegen einem zu dunklem Farbton des Sihlpost-Turmes? Besserwisserisch den Befund der Denkmalpfleger ignorierend, weil ihr eine Postkarte gefunden habt? Werner Huber: Die Welt ändert sich, das muss man akzeptieren und was noch wichtiger ist: sie ändert sich an wichtigeren Stellen als bei Farbnuancen. Der Zeit ihre Freiheit, auch beim Farbgeschmack. Seid doch nicht so bünzlig, sondern beschäftigt euch mit den wichtigen Themen rund um die Stadt. Aber auf dem Auge seid ihr langsam blind, das beweist das Sonderheft über den Glattpark. Eine der grössten städtebaulichen Katastrophen (vom genialen Park abgesehen). Aber dafür gibts ein höfliches (gut bezahltes) Sonderheft? Aber ja, reden wir doch lieber weiter über die falsche Ausrichtung von Tramschildern und Billettautomaten...
catwoman 25.02.2016 15:46
Langsam frage ich mich, was mit euch los ist in der Redaktion. Artikel über den falschen Farbton beim Überstreichen von Graffiti und nun endlose vergeudete Seiten im Heft wegen einem zu dunklem Farbton des Sihlpost-Turmes? Besserwisserisch den Befund der Denkmalpfleger ignorierend, weil ihr eine Postkarte gefunden habt? Werner Huber: Die Welt ändert sich, das muss man akzeptieren und was noch wichtiger ist: sie ändert sich an wichtigeren Stellen als bei Farbnuancen. Der Zeit ihre Freiheit, auch beim Farbgeschmack. Seid doch nicht so bünzlig, sondern beschäftigt euch mit den wichtigen Themen rund um die Stadt. Aber auf dem Auge seid ihr langsam blind, das beweist das Sonderheft über den Glattpark. Eine der grössten städtebaulichen Katastrophen (vom genialen Park abgesehen). Aber dafür gibts ein höfliches (gut bezahltes) Sonderheft? Aber ja, reden wir doch lieber weiter über die falsche Ausrichtung von Tramschildern und Billettautomaten...
Werner Huber 26.02.2016 15:55
Einverstanden: Die Welt geht nicht unter wegen einem zu dunklen Sihlpost-Turm. Aber wer über Architektur und Städtebau spricht, soll nicht nur das grosse Ganze im Auge behalten, sondern auch das Detail. Vom Groben ins Feine eben. Wer den Text genau liest, stellt fest, dass der Befund der Denkmalpfleger (oder vielmehr der Farbexperten) keineswegs ignoriert wird. Die unterste Schicht ist die dunkelste, daran besteht kein Zweifel. Aber der Schluss «unterste Schicht gleich erste Farbfassung» ist nicht richtig. Deshalb lässt sich die Begründung, der Turm trage heute wieder die ursprüngliche Farbe, nicht halten. Die Wahl des Farbtons war (wie schon vor 20 Jahren) ein bewusster Entscheid. Das mag kleinlich klingen, ebenso wie die Kritik an den falsch aufgestellten Ballettautomaten oder der falschen Farbe der überstrichenen Graffitis. Aber gerade in der Schweiz und gerade in Zürich, wo bei der Bewilligung von Bauten oder der Gestaltung des öffentlichen Raums nichts dem Zufall überlassen wird, müssen es sich die Entscheidungsträger gefallen lassen, dass man auch genau hinschaut. Die Behauptung, die Welt ändere sich, und das müsse man akzeptieren, ist nämlich falsch: Wir sind es, die die Welt verändern. Dagegen habe ich gar nichts. Aber wir haben es in der Hand, das besser oder schlechter zu machen. Im Ganzen wie im Detail. Um zum Schluss auch noch zum Glattpark zu kommen: Dort hat man aus heutiger Sicht sicherlich etliche Fehler gemacht, aber vieles ist auch – ganz pragmatisch zwar – aber richtig. Und die Bewertung als «eine der grössten städtebaulichen Katastrophen» relativiert sich beim Blick auf Neu-Affoltern ganz schnell.
thisbe 26.02.2016 18:06
Ich habe an Hochparterre immer geschätzt, dass kein Blatt vor den Mund genommen wird und Ihr schreibt, was Ihr denkt. Geradeaus. Auf den ersten Blick scheint die Gerichtsverhandlung eine witzige Verpackung, um Kritik auszuüben. Im Verlauf der Verhandlung wird jedoch klar, dass anstelle von Amusement bitterer Ernst angesagt ist. Ist es wirklich angemessen und nicht viel eher anmassend, die Verantwortlichen in dieser Form an den Pranger zu stellen? Ich verstehe weder Sinn noch Zweck. Der graue Turm ist aus meiner Sicht sehr gelungen und ich war erfreut, als ich ihn zum ersten Mal sah! Schichtenanalyse und historische Fotos hin oder her. Er passt zum Hauptbaukörper und in die Stadt. Danke den Verantwortlichen für einen erfrischenden unerwarteten Beitrag zum Stadtbild!
Notzelfrotzel 27.02.2016 13:45
Wer die dunkle Farbe kritisiert, hat schlicht den Entwurf nicht verstanden. Die Fassade ist lang und birgt die Gefahr monumental oder monoton zu sein. Das haben die Architekten erkannt und den Turm klassisch in der Tradition des goldenen Schnittes als störendes und damit dynamisierendes Element eingefügt. Damit er diese Rolle möglichst gut wahrnehmen kann hilft eine Farbe die stark vom Gegraue der restlichen Fassade abweicht.
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Ich kann das Bild nicht lesen