Modellfoto des Wohnzimmers

Wohnen auf mehreren Geschossen

Ein 200-jähriges Wohnhaus wird in ein Einfamilienhaus umgebaut. Die Innenarchitekturstudentin Murielle Schumacher nahm sich für diese Aufgabe eine Raumverteilung aus dem 18. Jahrhundert zum Vorbild.

Im zweiten Semsters des Innenarchitekturstudiums beschäftigten wir uns mit dem Wohnen auf mehreren Geschossen. Unser Fokus lag dabei auf der Treppe als Verbindungselement. Als Übungsobjekt stand uns das Wohnhaus ‹Höpperli› am Hang des Bürgenstocks im Kanton Nidwalden zur Verfügung. Erbaut im Jahr 1800 wird es zum Einfamilienhaus für eine vierköpfige Familie umgebaut, wobei die Atmosphäre der alten Bausubstanz erhalten bleiben soll.

Modellfoto des Obergeschosses

Modellfoto des Essbereichs mit der Küche

Vor Ort begrüsste uns die atemberaubende Sicht auf die Berge und den Vierwaldstättersee. Die russigen Wände, die niedrigen Räume und die knarzenden Holzböden machten die Geschichte des Hauses spürbar. Als erstes nahmen wir den Bestand auf und versammelten die Masse der Räume mit ihren charakteristischen Details im ‹Raumbuch›. Wir gliederten unsere Arbeit in drei Phasen: ‹Programm und Projekt›, ‹Material und Konstruktion›, ‹Licht und Atmosphäre›. Jeder Studierende erarbeitete sein eigenes Umbaukonzept und versuchte das Raumprogramm, die Baustruktur und die geschichtlichen Hintergründe zu einem stimmigen Ganzen zu verweben.

Modellfoto des Wohnzimmers

Das Erdgeschoss vor dem Umbau

Für mein Projekt habe ich versucht, eine althergebrachte Raumverteilung neu zu interpretieren: Um die Feuergefahr zu vermindern, wurde die Küche seit dem 18. Jahrhundert in einem steinernen Anbau untergebracht. Neben die Küche legte man die hintere Stube. Ich stellte diese Raumverteilung in einem Anbau aus Sichtbeton nach. Dort brachte ich die Küche, darüber das Büro, und den Essbereich mit einer Galerie unter. Den ursprünglichen Schlafbereich öffnete ich zu einem grosszügigen Wohnbereich, um dem niedrigen Raumgefühl durch mehr Fläche entgegenzuwirken. Das Cheminée und die neue Einrichtung sorgen für einen harmonischen Kontrast zur bestehenden Wand- und Deckenvertäferung.

Das Elternschlafzimmers im Erdgeschoss vor dem Umbau.

Das Obergeschoss vor dem Umbau

Wir Studentinnen und Studenten haben das Projekt abgeschlossen und präsentiert. Gespannt warten wir auf das Ergebnis des realen Umbauprojekts, das unsere Dozentin Elia Malavez plant und ausführt.

Das Wohnhaus ‹Höpperli› am Hang des Bürgenstocks im Kanton Nidwalden

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