Von der Verpackung zur Raumskulptur
Im Rahmen des +Colabor Moduls haben neun Studierende der HSLU die Installation ‹Dérouler› entwickelt, die das Publikum in die Design Days Lausanne begleitet hat.
Ein gelbes, leicht transparentes Band zieht sich durch den Eingangsbereich der Design Days im ehemaligen Postgebäude von Lausanne und kreiert ein atmosphärisches Erlebnis, das leitet, verbindet und verwandelt. Hergestellt aus einem Kilogramm recycelbarer LDPE-Folie, einem Material, das man sonst aus dem Transport oder als Verpackung von Lebensmitteln kennt, spielt die Installation mit Licht, Raum und Wahrnehmung. Mit wenigen Mitteln schafft ‹Dérouler› eine starke Wirkung. Durch das Spannen der Folie zwischen und über Treppen entsteht eine räumliche Geste, die sowohl funktional als auch poetisch ist.

Die Folie führt die Besuchenden durch den Eingang in den Ausstellungsraum und wird so zum Medium, das Wegweisung übernimmt und gleichzeitig den Charakter des Ortes akzentuiert. Die gelben Linien fangen Bewegungen ein, reflektieren die Umgebung und evozieren einen Dialog zwischen Architektur, Menschen und der Stadt Lausanne. Die diagonal gespannten Bahnen verweisen auf die steile Topografie Lausannes und bilden auf eine Hommage an die Stadt. Die durchscheinende Struktur des Materials ist kein Zufall. Inspiriert vom industriellen Kontext des Hauptbahnhofs, der sich gleich neben der Ausstellungshalle befindet, und der rauen Schönheit des alten Postgebäudes, haben wir bewusst auf Verpackungsfolie zurückgegriffen. In ‹Dérouler› erfährt das allgegenwärtige Material eine neue Bedeutung, über seine ursprüngliche Funktion hinaus. Nebst der Installation im Eingangsbereich befindet sich eine zweite Referenz zum Projekt im Ausstellungsraum, bestehend aus Kartonboxen, umwickelt mit der Folie.
Das Projekt dauerte sechs Wochen und war eine Kollaboration zwischen Studierenden der Studiengänge ‹Kunst und Vermittlung› und ‹Spatial Design›. Im Prozess wurden zuerst in kleineren Gruppen verschiedene Ideen entwickelt. Danach haben wir alle Konzepte vorgestellt und in einem wettbewerbsartigen Verfahren ‹Dérouler› ausgewählt. Das Projekt wurde ab diesem Punkt dann mit allen Teilnehmenden zusammen weiterentwickelt und umgesetzt. So haben wir das Projekt von der Idee, der Entwicklung, bis hin zu Auf- und Abbau in Zusammenarbeit mit Dozierenden und den Design Days realisiert.
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* Lena Black und Elena Fasel studieren im 3. Semester Spatial Design an der Hochschule Luzern, Design, Film, Kunst. Ebenfalls am Projekt beteiligt waren Anastasiya Zub, Lisa Kugler, Nadia Moen, Tina Momci (Kunst und Vermittlung); Emily Rohner, Keerthana Nicodemus, Natalie Kost (Spatial Design)