Von der Filmszene zur Innenarchitektur.

Essen in der Space Odyssey

Drei Innenarchitekturstudierende der HSLU haben die Atmosphäre der legendären Schlafzimmerszene aus ‹2001: A Space Odyssey› auf ein Restaurant übertragen. Im Campus stellen sie ihr Projekt vor.

Hast du dir schonmal überlegt, wie eine Atmosphäre entsteht? Der bewusste Einsatz ausgewählter Materialien, Oberflächen und Lichtstimmungen ist dabei essenziell. Auch die Konstruktion spielt eine entscheidende Rolle, da sie der gebauten Umwelt ihre Form gibt. Doch das ist noch nicht alles: Erst wenn sich alle Komponenten miteinander verbinden, entsteht ein Gesamteindruck, der eine Atmosphäre bildet und ein Gefühl auslöst. 

Die Analyse der Filmszene aus ‹2001: A Space Odyssee›

Im Modul ‹Finishings and Details› erhielten wir die Aufgabe, die Atmosphäre einer Filmszene in ihrer Konstruktion zu erkennen und in einem anderen Kontext neu aufzubauen. Anhand eines einzelnen Bildes dieser Filmszene sollten wir die atmosphärisch wirksamen Elemente entschlüsseln und auf einen neuen Ort übertragen, ohne das Filmset einfach zu kopieren. Unser Ausgangspunkt war die ikonische ‹Schlafzimmerszene› aus dem Film ‹2001: A Space Odyssey›. In dieser Szene gelangt der Astronaut David Bowman durch ein vom Monolithen ausgelöstes Portal an einen neuen Ort im Universum. Dieses Portal führt ihn in eine Realität, die sich nicht eindeutig verorten lässt. So wissen wir nicht, wo er sich in der letzten, von uns analysierten Szene befindet, in die er als junger Mann eintritt und sie als Sterbender verlässt.

Grundriss des Restaurants

Schnitt des Restaurants

Auf der Grundlage dieser Sequenz entwickelten wir das Konzept für ein Restaurant, dessen Innenarchitektur von der speziellen Stimmung des Filmes getragen wird. Es greift die Idee auf, sich von einem Aussenraum zu entkoppeln und vermittelt das Gefühl, eine andere Realität zu betreten. So entwarfen wir einen Raum, der von unserer bekannten Umwelt losgelöst ist und sein eigenes kleines Universum bildet. Die Besucher*innen betreten das Restaurant durch ein bunt flimmerndes Entrée. Hinter einer Tür in Form eines Monoliths gelangen sie in das eigentliche Restaurant. Dort erwecken bekannte Elemente das Gefühl von Vertrautheit.

 

Visualisierung der Schranke

Gleichzeitig erzeugt der Raum eine ungewohnte Stimmung und verwirrt das Publikum mit seinen Proportionen. Durch Illusionen wie eine Spiegelwand und ein gerastertes Bodenmuster, das sich scheinbar ins Unendliche zieht, wird der Eindruck erweckt, dass die Grenzen zwischen Raum und Zeit verschwimmen. Das Arrangement aus Sitzgelegenheiten und Tischen lädt die Besucher*innen ein, Platz zu nehmen, es sich gemütlich zu machen und in dieser Welt zu versinken. Die Atmosphäre und das servierte Essen sollen ihnen das Gefühl vermitteln, sich in einem Traum zu befinden, sodass sie sich bei der Rückkehr in ihr gewohntes Umfeld glücklich fühlen, als wären sie an einem Wunschort gewesen. 

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