Lichtinstallation in der Stoa-Emporon.

Eine Stadt in der Stadt

Die Studienreise der Innenarchitektinnen und Innenarchitekten der HSLU führte dieses Jahr nach Athen. Laura Belloni erzählt im Campus-Beitrag von versteckten Säulenhallen und dem Besuch beim Atelier 66.

Die Studienreise der Innenarchitekt*innen an der Hochschule Luzern führte dieses Jahr nach Athen. Während dieser Woche durften wir spannende Gebäude, die historische Antike, Museen und Architekturbüros entdecken. Ob spontane Skizzen auf Servietten oder im Skizzenbuch, die Stifte hatten wir stets zur Hand, um faszinierende Momente festzuhalten. Gleichzeitig erstellten wir eine Sammlung von Fundgegenständen, Fotografien und spannenden Details, die wir am Ende der Woche ausstellten.


Blick von der Treppe auf die Stoa-Kairi.

Stoa-Kairi in der Nische zwischen zwei Gebäuden.

Ein Highlight der Woche war für mich die Stadtführung der Stoas. Ursprünglich ist die Stoa eine Säulenhalle. Sie bot Schutz vor Sonne und Regen und wurde als Speiselokal, Kauf- oder Ausstellungshalle genutzt. Im heutigen Stadtzentrum Athens wurden die Stoen neu interpretiert und bilden gedeckte öffentliche Passagen. Sie beleben die Nische zwischen zwei Gebäuden oder das Parterre eines Bauwerks. Sie formen einen Durchgang und verbinden zwei Strassen. Für mich als Touristin war es nicht ganz einfach eine Stoa zu erkennen, da sie oft versteckt oder mit einer Haustür geschlossen waren. Teilweise hatte ich das Gefühl, einen privaten Ort zu betreten. Doch in vielen Passagen befindet sich eine kleine Stadt. Ob Kaffee, Bäckerei, Friseur, der tägliche Klatsch und Tratsch oder das Vorbeisausen der Velofahrer, in der Stoa spielt sich Leben ab. Die Stoa-Emporon hat mich am meisten fasziniert. Aufgrund der Finanzkrise mussten in der Einkaufspassage viele Geschäfte schliessen. Sie ist überfüllt mit alten, beleuchteten Ladenschildern. Diese Lichtinstallation soll die Aufmerksamkeit auf die verlassene Stoa ziehen. Um die Stoa wieder zu beleben, dürfen die Räume mietfrei genutzt werden. Im Gegenzug sollen die Betreiber öffentliche Veranstaltungen organisieren. So gelang es der Stadt, die Arkade wieder in lebendige Räume zu verwandeln.


Projektvorstellung Atelier 66.

Ein zweiter Höhepunkt war für mich der Besuch beim Atelier 66. Das Architekturbüro wurde in den 1960er Jahren von Suzana und Dimitris Antonakakis zusammen mit Freunden und Studienkolleginnen gegründet. Das Büro nahm junge Architekt*innen auf und bildete sie aus. Wir hatten das Privileg Dimitris Antonakakis persönlich kennenzulernen. Er stellte uns das Projekt ‹Apartment Building - Benaki Street› vor, das 1973 fertiggestellt wurde. Er erzählte uns über die vier Wohnungen, die den Bedürfnissen jeder Familie gerecht werden sollten. Atelier 66 nimmt Bezug auf den menschlichen Massstab. Das Büro gestaltet die Wohnungen so, dass sie nach beiden Seiten offen sind und eine quere Durchlüftung ermöglichen. Die Vorderseite ist mit Blick auf den angrenzenden Hügel und die Rückseite nach Süden ausgerichtet. Die Wohnungen verbinden sich mit der unmittelbaren Umgebung, dem öffentlichen Raum. Im untersten Geschoss des Gebäudes befindet sich das Atelier 66. Nach der Projektvorstellung durften wir das Atelier mit unseren eigenen Augen erkunden.


Ausstellung Serviettenskizzen.

Unsere abenteuerliche Reise schlossen wir mit einer Vernissage und einem gemeinsamen Abendessen ab. Dabei präsentierten wir unsere Skizzen und die damit verbundenen Geschichten, sowie die vielen Fundstücke, die uns während unserer Reise durch Athen ins Auge gesprungen sind und druckten verschiedenartige Detailfotos als Postkarten.

Die Innenarchitektinnen und Innenarchitekten der Hochschule Luzern.

close

Kommentare

Kommentar schreiben