Zum Abschluss des Studiums wird die Thesis in einer Ausstellung präsentiert.

Eine eigene Haltung von Gestaltung entwickeln

Von der ersten Skizze bis zum fertigen Konzept: In ihrer Bachelor-Thesis fand Nicole Weilenmann ihre eigene Haltung als Innenarchitektin. Im Campus-Beitrag schaut sie zurück.

Im Vergleich zu früheren Projekten an der HSLU war die Bachelor-Thesis von hoher Selbstständigkeit geprägt. Zwar gab es klare Vorgaben, doch wie wir diese umsetzten, entschieden wir selbst, basierend darauf, was für unsere Arbeit am sinnvollsten schien. Die Thesis bot mir die Möglichkeit, zu zeigen, was ich in den letzten Jahren gelernt habe. Ich konnte mich sehr vertieft mit dem Objekt und dem Projekt auseinandersetzen, sodass das Endprojekt erstmals wirklich von A bis Z reichte.

Die Zeitplanung war dabei nicht immer einfach. Eine frühe Abgabe der Analyse und bald darauf die erste Konzeptkritik bedeuteten, dass viele von uns mit noch unausgereiften Ideen antraten. Doch durch die regelmässigen Coachings entstand ein Rhythmus, der Struktur gab.

Gemeinsame Atelierarbeitstage, Besprechungen und gegenseitiges Feedback halfen, den Blick zu schärfen. Nicht nur für das eigene Projekt, sondern auch für den Prozess an sich. Ich habe viel aus den Gesprächen mit meinen Mitstudierenden gelernt, war auch bei Coachings anderer Studierender dabei, habe mitgeschrieben und reflektiert. Der Austausch unter den Studierenden war sehr wichtig, gerade auch in Bezug auf Fachwissen, Bestandsaufnahmen und Praxiserfahrung.

Die Dozierenden begleiteten uns über die mehreren Wochen hinweg eng. Jede:r von uns hatte eine:n Coach:in, dazu kamen Fachplaner:innen für Licht, Akustik, Gebäudetechnik oder Gastronomie. Diese Coachings waren sehr entscheidend. Die Dozierenden mit ihrem grossen Fachwissen konnten uns fachlich unterstützen und halfen Problemstellen oder neue Perspektiven herauszuarbeiten. Ich habe die Gespräche als sehr konkret und hilfreich erlebt. Das liegt auch daran, dass wir im Studium gelernt haben, wie man sich auf ein Coaching richtig vorbereitet, um das Beste aus der kurzen Zeit herauszuholen.

Rückblickend, etwa im Vergleich zum Projekt im ersten Semester, ist die Entwicklung deutlich spürbar. Wir alle haben eine eigene Haltung und ein eigenes Verständnis von Gestaltung und unserer Rolle als Innenarchitekt:innen entwickelt. Heute kann ich jedes Material, jede Farbe und jede Entscheidung, die ich gefällt habe, mit einem Konzept begründen. Das war am Anfang noch etwas anders. Das Studium ist stark auf ‹Learning by Doing› aufgebaut. Fehler werden so zum Lernmaterial und mit jedem Projekt bin ich sicherer geworden.

Was wir in diesen Jahren gelernt haben, geht weit über Entwurfsmethodik und gestalterisches Können hinaus. Wir wurden mit einer soliden theoretischen Basis ausgestattet und darauf vorbereitet, wie man in der Praxis arbeitet: strukturiert, eigenverantwortlich und im Dialog mit anderen. Heute wissen wir, wie man sich auf eine Fachplanersitzung vorbereitet, wie man Fragestellungen präzise formuliert, wie man Inputs filtert und in den Entwurfsprozess integriert. Wir haben erfahren, wie wichtig interdisziplinäre Zusammenarbeit ist und dass man weiter kommt, wenn man sich austauscht. 

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