«Jetzt erinnere ich mich wieder, was einem ein Designstudium vor allem abverlangt: Selbstdisziplin und Selbstmotivation.»

Zeit für starken Kaffee

«Jetzt erinnere ich mich wieder, was einem ein Designstudium vor allem abverlangt: Selbstdisziplin und Selbstmotivation», schreibt HSLU-Studentin Jana Bär mit Blick auf die bevorstehende Masterarbeit

Jetzt erinnere ich mich wieder an meine Bachelorzeit und was einem ein Designstudium vor allem abverlangt: Selbstdisziplin und Selbstmotivation. Nach den 3 Berufsjahren in der raketenmäßig wachsenden Start-Up-Agentur nach dem Bachelor habe ich mich ständig danach gesehnt, mal Zeit zu haben für ein eigenes Projekt. Ein Projekt, in dem ich mich verwirklichen kann und genau das tun kann, was mir gefällt. Ganz selbstbestimmt. Doch dafür blieb genau nullkommanull Zeit. Die Ideen in meinem Kopf dagegen waren unzählig. Und jetzt, genau in dem Moment, bin ich an diesem Punkt, den ich mir immer herbeigesehnt habe: meine praktische Masterarbeit liegt vor mir, in der ich nun genau das machen kann. Die Puzzleteile liegen einzeln vor mir auf dem Schreibtisch und ich muss mich nur dran machen und sie zusammensetzen. Bis Mitte Juni bleibt mir dafür.
Aber jetzt passiert das Seltsame: Statt euphorisch weiterzuarbeiten, schleichen sich diese Tage ein an denen mich die Lethargie überkommt, ich mich lieber im Abzählen der verbleibenden Tage verliere und gleichzeitig das schlechte Gewissen in mir aufsteigt. Das sind Eigenschaften, die ich aus meinem Berufsalltag nicht kenne, da man es sich schlicht nicht leisten kann, einen halben Tag nichts zu tun, in der Frühlingssonne zu sitzen, Kaffee zu trinken und sich in seiner Gedankenwelt zu verlieren. Warum, warum muss immer erst die ablaufende Zeit meine Motivation in Gang bringen, wenn es um meine Selbstdisziplin bei eigenen Projekten geht? Das ist doch zum Heulen. Und genau das tut man dann in den letzten zwei Wochen, wenn man vor der Abgabe am Rotieren ist. Es ist immer das Gleiche, man weiß es, aber man macht es beim nächsten Mal kein Stück besser.
Aber egal, jetzt ist es Zeit mich zusammenzureissen, starken Kaffee zu kochen und eifrig ans Werk zu gehen. Denn wenn man mal dran ist, macht es unheimlich Spaß. Das ist doch paradox, dieser verdammte innere Schweinehund.

*Jana Bär studiert im 3. Semester im Master Design mit Spezialisierung «Graphic Design» an der Hochschule Luzern – Design & Kunst.

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