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Wir kuratieren

Unser Zeitalter wird zunehmend durch digitale Medien bestimmt. Wie unterscheidet man unter diesen Umständen zwischen relevanten und irrelevanten Informationen? Durch Kuratieren, findet die neue Ausgabe des Magazins trans.

Der Islamische Staat wirbt im Internet um seine Anhänger, die russische Regierung versucht Ihre Sichtweise durch Trollfabriken zu verbreiten, das Image des nordkoreanischen Diktators soll durch Instagram verbessert werden – unser Zeitalter wird zunehmend durch digitale Medien kontrolliert. Wie unterscheidet man unter diesen Umständen zwischen relevanten und irrelevanten Informationen? Welche Ereignisse werden mit der Zeit in die Geschichte eingehen und welche in Vergessenheit geraten? Was ist DAS Phänomen unserer heutigen Gesellschaft? Das waren die Fragen, die wir uns für die nächste Ausgabe unseres Magazins stellten.

Unser Versuch einer Antwort: Die Tätigkeit des Kuratierens – eine präzise Selektions- und Wertungsaufgabe – bestimmt unsere Zeit. Heute kann jeder alles kuratieren, sei es die Freundesliste auf Facebook oder die Bildersammlung auf Pinterest. Der inflationäre Gebrauch des Begriffs kompromittiert keineswegs den Sinn des Kuratierens: Die behutsame Auswahl ist immer noch ein Talent, unter der einströmenden Wissensflut und den medialen Filtersystemen gewinnt es sogar immer mehr an Bedeutung.

Ein halbes Jahr lang galt es sich mit dem Phänomen des Kuratierens auseinanderzusetzen. Unsere Autoren haben nicht nur den White Cube und das Musée Imaginaire kritisch hinterfragt, sondern auch die Macht der Bilder und die durch totalitäre Regime ‹kuratierte› Architektur behandelt. Bei Kaffee und Gipfeli erzählte uns Hubertus Adam über die Hierarchisierung der musealen Welt, Hélène Binet zeigte uns in ihrem Londoner Studio ihre neuesten Fotografieprojekte, während Álvaro Siza mit uns eine Zigarre rauchte.

Diese und andere Themen behandeln wir in unserer neuen Ausgabe trans 28 ‹kuratiert›, die ab Mitte September im Buchhandel erhältlich sein wird.


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