Mira Durrers Textilarbeit «Au fil du temps», inszeniert an der Werkschau in der Messehalle Luzern im Juni 2015.

Wertschätzen statt verschwenden

Mira Durrer will nachhaltiges Kaufverhalten fördern. Der Wert eines Kleidungsstücks steht im Zentrum ihrer Bachelorarbeit «Au fil du temps» an der Hochschule Luzern.

Der Wert eines Kleidungsstücks ist der Mittelpunkt meiner Bachelorarbeit «Au fil du temps». Mein Interesse liegt darin, den Konsum zu verringern und den Schwerpunkt auf Qualität und hochwertige Textilien zu setzen. Ziel meiner Arbeit ist, die Wichtigkeit eines einzelnen Kleidungsstücks bewusst zu machen und ein nachhaltiges Kaufverhalten zu fördern.

Mit meiner Kollektion aus Geweben und Drucken will ich mich der schnelllebigen Modeindustrie entziehen und trendunabhängige Textilien für die Bekleidung entwerfen. Als Grundlage meiner Kollektion diente mir eine ausführliche Recherche über zeitlose Formensprache, Farbigkeit und Materialität. Aufbauend auf den Erkenntnissen habe ich bei meinen Textilien den Schwerpunkt auf Materialmusterungen, Strukturen und geometrische Formen gelegt. So entstanden Schmuckstücke aus hochwertigen und beständigen Materialien für ein langes tragen. Sie finden Anwendung in einer immer gleich bleibenden, zeitlosen Kurzmantelform. Es entsteht ein Monoprodukt, bei dem individuelle Änderungen an Saumlänge, Ärmellänge und Verschluss vorgenommen werden können. Durch das einfache Kombinieren der gefertigten Mäntel mit anderen Kleidungsstücken werden sie funktional. Farbigkeit und die verschiedenen Qualitäten der Gewebe und Drucke passen sich den saisonalen Veränderungen eines Jahres an. So findet man innerhalb der Kollektion leichte Seidenstoffe sowie feste Gewebe für den Winter. Die Formensprache ist inspiriert von den sichtbaren Veränderungen in der Natur über das Jahr. die Jahresringe der Bäume, die Ablagerungen an den Steinen oder die Eisschichten. Formen, die wir in der Natur finden und die Zeit sichtbar machen. Dies nimmt das Ewige und Zeitbeständige auf, das ich mit meiner Kollektion vermitteln will. Der Aspekt der Zeit zieht sich durch die gesamte Kollektion durch. Jedem Entwurf ist viel Zeit gewidmet, was den Wert der Gewebe und Drucke bereits im Herstellungsprozess unterstreicht. Die Entwürfe sollen über lange Zeit getragen werden und deswegen zeitunabhängig gestaltet sein.

Mein Ziel als Textildesignerin ist es, Stoffe zu entwickeln, die entgegen der schnelllebigen Modebranche funktionieren. So liegt es in meinem Interesse, Lösungen in Konzept, Verkauf, Material, Muster und Farbigkeit zu finden, um dem Käufer die Grundlage für ein langes Tragen zu geben.

 
*Mira Durrer: Studienrichtung Textildesign, Hochschule Luzern, Design & Kunst, Abschlussjahr 2015.

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