Das Toni-Joghurt mit der Gewinneretikette, entworfen von den Studenten Christiaan Gieben und Jan Reimann Fotos: Matthias Bünzli

Toni bekommt ein neues Kleid

Start für das nächste Kapitel in der Geschichte des Toni-Joghurts: Studierende der Vertiefung Visuelle Kommunikation des Departements Design haben in einem Wettbewerb die neue Etikette entworfen.


«Dass auf dem Areal der ehemaligen Produktionsstätte des Toni-Joghurts nun Design studiert wird, war für uns ein Wink des Schicksals», so Yvonne Arnold, Marketingverantwortliche bei Emmi, der Herstellerin des Joghurts. Unter dem Motto «Zurück zu den Wurzeln» haben Studierende der Vertiefung Visuelle Kommunikation Vorschläge für ein Redesign der Etikette ausgearbeitet.

Verloren zwischen Smoothies und Lassis
Das Joghurt im Glas hat eine bewegte Geschichte hinter sich. 2002 wurde die Toni-Molkerei in Zürich-West geschlossen, die Produktion nach Bern verlegt. Einst ein Kultobjekt, droht das Toni-Joghurt heute in der Vielfalt im Handel unterzugehen. Mit einer Ausschreibung für ein Redesign wollte die Firma Emmi diesen Missstand beheben. 14 Studierende aus dem zweiten Semester haben sich daran beteiligt. Die Rahmenbedingungen waren eng gesteckt: Die neue Etikette soll ‹retro› sein, also an frühere Designs erinnern. Sie soll Lust machen, das Produkt zu kaufen, im Kühlregal gut sichtbar sein und die Sorte eindeutig kennzeichnen – das alles auf ein paar Quadratzentimetern Papier.

Eigene Definition von Retro
Die Vielfältigkeit der Umsetzungen erstaunt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer arbeiteten mit Fotografie, Illustration und Typografie. Für Alle war es ein lehrreicher Weg von der ersten Skizze bis zur Präsentation der fertigen Etiketten. Der Vorschlag von Christiaan Gieben und Jan Reimann war für Emmi schliesslich der klare Favorit. «Uns war es wichtig, nicht einfach einen Retrostil zu kopieren, sondern unsere eigene zeitgemässe Definition von Retrodesign zu entwickeln», erläutern die siegreichen Studenten ihr Vorgehen. Nach ausführlicher Recherche entschieden sie sich für eine handgemachte Umsetzung von Illustrationen. Sie verwenden Musterelemente und unterscheiden die Sorten durch ein klares Farbkonzept. «Nun sind wir gespannt darauf, die Etikette das erste Mal in den Regalen zu sehen», freuen sich Gieben und Reimann. Das neue Toni-Jognurt ist seit September erhältlich.

* Daniela Mirabella ist Unterrichtsassistentin der Vertiefung Visuelle Kommunikation im Bachelor Design, Departement Design. Dieser Artikel erschien bereits im ZHdK-Hochschulmagazin Zett.

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