Um die Stadt und ihre Atmosphäre ansatzweise zu erfahren haben wir verschiedene Filme aus Athen geschaut und daraus Ausschnitte skizziert.

Studienreise online (2/2)

Die Exkursion nach Athen hätte ein Höhepunkt des Studiums werden sollen. Im Campusbeitrag erzählt Lino Schmidt, wie er sich stattdessen auf der Lenzerheide mit der griechischen Hauptstadt beschäftigt hat.

Die alljährlich durchgeführte Studienreise in eine spannende, meist europäische Stadt ist für mich und wahrscheinlich jeden anderen Studenten ein Highlight. Denn wir können nicht nur etwas über die Kultur, Architektur und die Geschichte einer Stadt erfahren, sondern  unsere Mitstudierenden auch ausserhalb des Ateliers besser kennenlernen. Umso grösser war meine Enttäuschung, als ich erfuhr, dass die Reise nach Athen hier in der Schweiz stattfindet. Anstelle von Sightseeing und griechischem Wein waren wieder nur Homeschooling und Trainerhose angesagt.

Bei schönem Wetter haben wir die Vorlesung auch mal im Freien mitverfolgt, umgeben von den Bündner Berglandschaft.
Ich versuchte die Nachricht positiv zu sehen - wenigstens blieb mein Portemonnaie verschont und ich musste nicht den Hügel der Akropolis hinaufklettern. Zudem kann man eine Online-Studienreise von überall her mitmachen und so entschieden meine Studienkollegen und ich, das Homeoffice in die Lenzerheide zu verschieben. Unter Einhaltung der Vorschriften des BAGs quartierten wir uns in einer 200-jährigen Hütte oberhalb von Churwalden ein. Kommt zwar nicht ganz an die antiken Tempel von Athen ran, aber immerhin.

Was bei einem Städtetrip immer zu Überraschungen und Entdeckungen führt, sind die Strecken, die man zu Fuss hinlegt. In Athen sind es sogenannte Stoae, die genau zu diesen unerwarteten Momenten geführt hätten. Die Stadt bietet zahlreiche versteckte Zwischenräume, in denen sich kleine Läden und Manufakturen eingenistet haben. So eine Stoae neu zu konzipieren war die Hauptaufgabe der Studienwoche.

Eine Stadtansicht, skizziert aus einem Film, in der die für Athen typische Durchmischung von neu und alt erkennbar ist.
Als ersten Schritt recherchierten wir die angrenzenden Gebäude, Verkehrsachsen und die Geschichte der Stoa. Darauf basierend erstellten wir in Zweierteams ein mögliches Konzept, um den Fussgängerzonen neues Leben einzuhauchen. Die neue Nutzung besteht aus verschiedenen Restaurants, Cafés und Lebensmittelständen. Sie soll eine gute Durchmischung bieten: Einheimische, die ihren Einkauf tätigen, hungrige Studentinnen, die ihre Mittagspause dort verbringen und neugierige Touristen auf der Suche nach dem echten Athen. Wir wollten den alten Charakter der Stoa erhalten und mit zeitgenössischen Elementen einen Kontrast setzen. Die Verpflegungsbereiche sind nach innen versetzt, damit die Verkehrsachsen  für die Passantinnen frei bleiben. So entfaltet die Stoa als Aufenthalts- und als Durchgangsort ihren Reiz.


Das Konzept für die neugestaltete Stoa wurde atmosphärisch dargestellt.

Der Abschluss der Woche wurde mit einem gemeinsamen Kochabend zelebriert. Eine Köchin aus Athen wurde live zugeschaltet und zeigte uns Schritt für Schritt die Zubereitung eines typischen griechischen Gerichts: griechischer Salat und vegetarische Musaka an einer Bechamelsauce. Der Abend krönte eine Woche, die zwar nicht wie geplant umgesetzt worden war, aus der wir jedoch das Beste gemacht haben.    
Zum Abschluss der Woche kochten wir gemeinsam ein typisches griechisches Gericht.

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