Die Studierenden bekamen die Aufgabe, ein Szenario für Athens brach liegenden Arkaden, den sogenannten ‹Stoae›, zu entwickeln. Fotos: Jessica Keller

Studienreise online (1/2)

Die Online-Exkursion der Innenarchitektinnen der Hochschule Luzern nach Athen zeigt, dass eine Studienreise auch in Zeiten von Corona machbar ist.

Ein Studienreise ist in der aktuellen Zeit alles andere als normal. Trotzdem reisten die Innenarchitektinnen der Hochschule Luzern für eine Woche nach Athen. Die Online-Exkursion mit Vorträgen über Architektur, Geschichte und Kultur zeigte, dass der Besuch einer Grossstadt auch zu Zeiten von Corona machbar ist. Trotz der kalten Temperaturen Zuause, wurde uns ob all der Eindrücke warm ums Herz. Und als hätte Griechenland sich auf uns eingestimmt, fielen auch in Athen Schneeflocken, zum Erstaunen der Einheimischen.

Die Woche startete mit Vorträgen über die Antike in Griechenland und die daraus entstandene Architektur. Ihre Leidenschaft für Athen konnte man den Rednern trotz der Distanz anmerken. Von Aristoteles über Sokrates bis zu den verlassenen Arkaden der Stadt durften wir Geschichten lauschen von Menschen, die dort leben oder von solchen, die sich schon ein Leben lang mit Athen beschäftigen. Hätten wir diese persönlichen Eindrücke auch erhalten, wenn wir vor Ort gewesen wären? Oder hätten wir sie für die bekannten Sehenswürdigkeiten vernachlässigt? Auf jeden Fall haben genau diese Geschichten unser Bild von Athen geprägt.


Skizze der Stoae.

Skizze der Stoae.

Wir Studierenden bekamen die Aufgabe, ein Szenario für die brach liegenden Arkaden, den sogenannten ‹Stoae›, zu entwickeln. Wir sollten sie für Einheimische und Touristen attraktiv machen. Dazu bekamen wir Inputs von zwei Athener Architekturbüros, die uns ihre städtebaulichen Projekte erläuterten. Zum Thema Innenarchitektur befassten wir uns mit Beispielen typisch griechischer Innenraumgestaltung. Die vorhandene Architektur ist charakterstark und hat mit seinen Mezzanin einiges zu bieten. Die kleinflächigen Ladenlokale, die hier einst ihre Waren anboten, waren nicht einfach umzugestalten. Bei vielen Projekten musste die eine oder andere Wand zugunsten von hallenartigen Marktplätzen weichen. Mit Materialien aus der Region und weichen Pastelltönen haben wir dem Innenleben der Stoa Arsakiou den letzte Schliff gegeben.Am letzten Tag präsentierten alle Studierenden ihre kreativen und experimentellen Ansätze, wie sie wieder Leben in die verlassene Fussgängerpassage ‹Stoae› bringen wollten.


Grundriss des Projekts.

Das Highlight der Woche war für mich das gemeinsame Kochen zum Ausklang unserer Reise. Zu viert bereiteten die Studentinnen und Studenten ein typisch griechisches Gericht zu. Frisches Tsatsiki und ein köstliches Moussaka und dazu ein griechischer Salat. Live aus Athen war eine Kochlehrerin zugeschaltet. Die über die ganze Schweiz verteilten Köchinnen und Köche zauberten wie richtige Chefs ein Festmahl. Mit einem herzlichen «Kali Orexi!» – griechisch für Guten Appetit – haben wir diese aussergewöhnliche Reise nach Athen beendet.

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