Nach dem Diplom ist vor dem Diplom

Stefan Noser hat direkt im Anschluss an sein Bachelorstudium an der ZHAW mit dem Masterstudium begonnen und beschäftigt sich dort mit dem Städtebau.

Als Student erwartet man jeden Semesterbeginn mit Spannung, aber auch mit einer gesunden Portion Respekt. Besonders dann, wenn nach dem Bachelorabschluss der Einstieg in den Master ansteht. Der grosse Rahmen ist zwar bereits bekannt, doch man kann nur vage mutmassen, was einen im Detail erwartet. Der direkte Anschluss des Masterstudiums steigert die Erwartungen an den Studiengang, aber auch an die eigenen Leistungen. Das erlernte Grundwissen soll nun vertieft werden, eigene Interessen in der Architektur möchte man verfolgen, was der Wissensstand aus dem Bachelor schiesslich ermöglichen sollte. Mit den vergangenen drei Jahren des strukturierten Bachelorstudienganges in den Knochen begibt man sich in ein Lern- und Arbeitsumfeld, in dem die Selbstständigkeit gefördert und gefordert wird.
Viel Neues erfährt, wer sich im Entwurfsmodul für den Städtebau entscheidet. Arbeitsmethoden und -Werkzeuge sind den Studierenden grösstenteils fremd, die deutlich kleineren Massstäbe gewöhnungsbedürftig. Recherchen und Analysen bilden die Grundlage zur Entwicklung neuer Ideen zu Städten und Stadträumen. Die Grenzen des eigenen Denkens sollen gesprengt werden. Viele neue Darstellungsarten werden erprobt, Szenarien oder Leitbilder entwickelt. Übersichtspläne, Schemata zu Konzept, zur Quantifizierung oder Etappierung gehören dazu wie auch Collagen, Modelle, Axonometrien oder Schnittperspektiven.
So manch einer würde da vielleicht doch lieber ein Häuschen zeichnen. Die Anzahl der Studenten ist im Master zudem deutlich geringer als im Bachelor. Spannend ist dabei der engere Austausch untereinander sowie die intensivere Begleitung durch die Dozierenden. Doch auch sie gehen weitere Wege als bei der Betreuung von Bachelorstudenten - im übertragenen wie auch im wahrsten Sinne des Wortes: Machen sie sich nämilch auf, einen ihrer Masterstudenten zu finden, sollten sie genug Zeit einberechnen. Denn die Arbeitsplätze der kleinen Gruppen sind in der grossen, alten Industriehalle nur schwer auszumachen in der viel grösseren Menge von Bachelorstudenten.

*Stefan Noser, studiert Architektur im 1. Semester im Master an der ZHAW


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