Das zweistöckige Bambushaus.

Mit Bambus bauen in Indien

Studierende der Hochschule Luzern haben in Indien ein zweistöckiges Bambushaus gebaut. Im ‹Hochparterre Campus› berichten sie von ihren Erfahrungen.



 
Die zweiwöchige ‹Summer School› fand dieses Jahr zum ersten Mal im indischen Auroville statt. Zwölf Studierende der Hochschule Luzern – Technik & Architektur aus drei Disziplinen des Bauwesens (Architektur, Innenarchitektur und Bauingenieurwesen) haben zusammen mit indischen Studenten ein Gebäude für die Stiftung ‹Sristi Village› geplant und gebaut.
 
Das ‹Sristi Village› bietet heute bereits dreissig Menschen mit geistiger Behinderung ein Zuhause, in dem sie trotz ihrer Einschränkung akzeptiert sind und ihre Arbeit geschätzt wird. Das kleine Dorf lebt von der Selbstversorgung, die Bewohnerinnen und Bewohner bauen Früchte und Gemüse an. Wir hatten die Aufgabe, für die Stiftung ein zweistöckiges Gebäude aus Bambus zu erstellen. Es sollte Platz bieten für Arbeitsgeräte, Arbeitstische und als Lager für die Pflanzensamen dienen.
 
Wir starteten mit einem Workshop im ‹Bamboo Center› in Auroville. Wir lernten, wie die Fishmouth-Bambusverbindung funktioniert. Sie benötigt kein zusätzliches Material, auch die Nägel sind aus Bambus. Ausserdem zeigten uns die Einheimischen, wie sie krumm gewachsene Bambusse begradigen: Sie erhitzen die Knotenpunkte des Bambus, wodurch er sich leicht biegen lässt. Nach dem Abkühlen bleibt das Holz in seiner neuen Form.
 
Für den Entwurf des Gebäudes hatten wir zwei Tage Zeit. Wir erstellten ein Konzept und zeichneten die Werk- und Detailpläne. Beim Bauen unterstützten uns die Fachleute des Bambus Center. Um halb Sieben in der Früh traten wir jeweils unsere einstündige Reise zur Baustelle an. Die kühleren Morgenstunden mussten genutzt werden, da die brennende Sonne am Nachmittag das Arbeiten erschwerte. Nach dem Sonnenuntergang arbeiteten wir mit Beleuchtung weiter. Lediglich die Stromausfälle stoppten uns immer wieder. Trotzdem schafften wir es in nur wenigen Tagen die tragende Struktur des Gebäudes zu erstellen.
 
Wir haben viel über die den Umgang mit Bambus erfahren und durften die indische Kultur kennenlernen. Wir sind stolz darauf, dass wir bei einem solch tollen Projekt mitwirken konnten und wohl jeder von uns würde sich sofort wieder auf die Summer School einlassen.

* Leonie Häner und Désirée Schenk studieren im 5. Semester Innenarchitektur an der Hochschule Luzern – Technik & Architektur. Die HSLU organisiert die Summer School in Zusammenarbeit mit der Firma IN:CH architects and planners.

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