Das offizielle Plakat des Autosalons, designt von Monika Nef und Nico Bucci.

Kämpfen für den eigenen Favoriten

Studierende der ZHdK haben sich für die Plakatgestaltung des 85. Internationalen Autosalon Genf beworben. Ein Testlauf unter realen Bedingungen.


Unter der Leitung der Dozenten Jonas Voegeli, Rudolf Barmettler und Martin Woodtli haben sich diesen Sommer zwanzig Bachelor-Studierende der Vertiefung Visuelle Kommunikation auf Anfrage des Autosalon Genf um die Gestaltung des Auftrittes im kommenden März beworben. Den Wettbewerb haben Monika Nef und Nico Bucci gewonnen, mit einem Plakat, das Details von Autos ins Zentrum stellt. In der Farbgestaltung lehnt es sich an Bilder von Wärmebildkameras an. Die beiden hatten gerade ihren Bachelor-Abschluss hinter sich als der Wettbewerb begann. «Für uns war es ein bisschen wie ein erster Testlauf nach dem Studium.»

Strategische Selbstzensur
Neben dem Gewinnervorschlag hatten die beiden noch einen zweiten Vorschlag erarbeitet. Die Grundlage bildete eine von ihnen in der Bachelorarbeit entwickelte Schrift, die Steinberg Grotesk. Sie verbindet Schriftzeichen mit Bildern. Auch dieser Entwurf hat die Dozenten überzeugt. Präsentiert haben Monika und Nico ihn in Genf aber trotzdem nicht. «Für einen Kunden wie den Autosalon schien er uns zu verspielt. Wir befürchteten, damit unseren ersten Vorschlag zu gefährden. Deshalb haben wir uns entschieden, den zweiten gar nicht zu zeigen.» Die Strategie scheint aufgegangen zu sein. Über den Preis freuen sich die beiden sehr: «Wenn man so lange an etwas arbeitet, weiss man irgendwann selbst nicht mehr, was man davon halten soll. Da tut es gut, wenn der eigene Vorschlag ausgewählt wird.»

Zwischen eigenen Vorstellungen und Kundenwunsch
«Für die Gewinner beginnt mit der Auswahl aber die eigentliche Arbeit erst» weiss Rudolf Barmettler. Aus dem Vorschlag müssen definitive Versionen in verschiedenen Formaten und Sprachen für Print und Bildschirme erstellt werden. Monika und Nico erzählen in diesem Zusammenhang vor allem davon, dass der Autosalon sich andere Farben und eine besser lesbare Schrift wünschte. Nicht nur das Anfertigen neuer Versionen, auch das Kämpfen für die eigenen Favoriten war eine Herausforderung. Hängen wird nun dennoch nicht die erste Wahl von Monika und Nico. «Das gehört dazu. Die Herausforderung besteht darin, eine Lösung zu finden, die sowohl uns gestalterisch überzeugt als auch die Wünsche des Kunden erfüllt. Das ist uns gelungen» bilanziert Nico.

Auf Erfolgskurs
Und wo führt der Weg der Absolventen nach erfolgreichem Testlauf hin? Monika wurde im Frühjahr für ihren Traumjob angefragt, von Zak Group in London, wo sie während des Studiums ein Praktikum absolviert hatte. Nico arbeitet zur Zeit in St. Gallen, aber auch ihn zieht es demnächst nach London.

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