Visualisierung des Innenraums des umgestalteten Kjærholm-Hauses. (Anna Kanai) Fotos: Visualisierungen/Pläne: Livia Auer, Himanshu Jain, Anna Kanai, Julia Spirig*

Japanische Ordnung in Dänemark

Im Rahmen des Moduls ‹Interiors and Furnishings› an der Hochschule Luzern gestalteten die Studierenden das Wohnhaus der dänischen Architektin Hanne Kjærholm um.

Für das Projekt ‹Wohnen im Bestand› erhielten wir die Aufgabe, den Raum eines bestehenden Hauses für die Bedürfnisse einer fiktiven Nutzerin umzugestalten. Es galt, die Raumstruktur, die Oberflächen, Materialien und die Konstruktion anzupassen und dann ein Möblierungskonzept zu erstellen. Das Wohnhaus der dänischen Architektin Hanne Kjærholm bildete die Grundlage für das Projekt. Sie errichtete das Gebäude von 1960 bis 1962 an der dänischen Küste und stattete es mit den Möbeln ihres Gatten, dem Designer Poul Kjærholm, aus.
Hanne Kjaerholms Interesse an der japanischen Kultur führte uns zu einem Referenzprojekt, dem Sky House des japanischen Architekten Kiyonori Kikutake aus dem Jahr 1958. Es gilt als Paradebeispiel des Metabolismus, weil sich die Räume je nach Lebensabschnitt den Bedürfnissen seiner Bewohner anpassen. Diese Wandelbarkeit haben wir auf die Umgestaltung des Kjærholm-Hauses übertragen.
Als neue fiktive Bewohnerin erfanden wir Bärbel Grue, eine erfolgreichen Kriminalautorin. Auf ihren Wunsch brachten wir die ursprüngliche Materialität des Hauses hervor und vereinten die verschiedenen Nutzungen im Zentrum des Raumes. Wir entfernten die weisse Farbe der Backsteinoberflächen und den unpraktischen Sisalteppich. Den Betonboden legten wir frei. Als multifunktionales Element, zum Beispiel für das Verstauen von kleineren Gegenständen, entwickelten wir eine erhöhte Plattform aus Polarkiefer. Diese integrierten wir in das zellartige Rastersystem der Gebäudestruktur. Mit einer Oberfläche aus bequemen Reisstrohmatten vereinten wir traditionell japanische mit zeitgenössischer, westlicher Wohnkultur.

* Livia Auer, Himanshu Jain, Anna Kanai und Julia Spirig studieren an der Hochschule Luzern im 5. Semester Innenarchitektur.

Kommentare

Kommentar schreiben
Ich kann das Bild nicht lesen