Haltung!

«Haltung»

«In einer Zeit, in der viele orientierungslos sind, ist der Ruf nach klaren Positionen und Menschen, die Rückgrat beweisen, gross». So erklärt die studentische Redaktion des «trans magazin» der ETH Zürich, wie sie zum Thema «Haltung» für ihre neue Ausgabe gekommen ist.

Am 6. März ist es soweit. Dann erscheint die neue Ausgabe des «trans magazin» zum Thema «Haltung». Doch warum «Haltung»? Jedes Semester fragen wir uns zuerst: Was interessiert uns? Was bewegt nicht nur uns Architekten, sondern ist auch gesellschaftlich relevant? Und welches Thema ist sowohl heute, als auch über den Tag hinaus von Bedeutung? So kamen wir zur «Haltung»: In einer Zeit, in der viele orientierungslos sind, ist der Ruf nach klaren Positionen und Menschen, die Rückgrat beweisen, gross. Doch bald realisierten wir auch, dass es nicht darum geht, eine «gute» von einer «schlechten» Haltung zu unterscheiden. Unter «Haltung einnehmen» verstehen wir den Entschluss, verantwortungsvoll für eine bestimmte Position einzustehen, und wenn diese Widerstand hervorbringt, die Bereitschaft, diesen Widerstand auch auszuhalten.
Einen Beitrag schreibt Philip Ursprung, Professor für Kunst- und Architekturgeschichte an der ETH Zürich. In «Architektur politisch machen?» geht es um die Haltung Thomas Hirschhorns. Nach der Wahl Christoph Blochers als Bundesrat im Jahr 2003 beschloss der Schweizer Künstler, nicht mehr in der Schweiz auszustellen. Hirschhorn verbinde seine «Worte mit der Tat», so Ursprung, «seine politische Haltung mit einem persönlichen Einsatz», trotz erheblichem finanziellen Risiko. Von diesem Risiko schreibt auch der kürzlich emeretierte ETH-Professor Hans Kollhoff: «Haltung heisst, auch einmal nein sagen zu können, um seinem Blick in den Spiegel nicht ausweichen zu müssen bei allen ökonomischen Nachteilen, die das mit sich bringen kann.»
Doch wie sieht es für uns Studenten aus? «Kann man Haltung lernen?» fragt Philip Ursprung in seinem Beitrag. Zu oft, haben wir den Eindruck, geht es bei unserer Ausbildung darum, die Haltung des Professors nachzuahmen. Doch ist es auch an uns, Freiräume zum kritischen Nachdenken zu schaffen – so wie das «trans magazin», das vor 16 Jahren aus einer reinen Studenteninitiative hervorging und nach wie vor in Eigenregie von Studenten geführt wird. 

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