Das Sauerstoffgerät von Felix Spuhler soll dereinst Teil der Ausrüstung von Hilfseinsätzen werden. Was das Gerät dafür erfüllen muss, hat er umfassend abgeklärt. (Bild: IKRK / Felix Spuhler) Fotos: Johannes Dietschi

Gelungener Abschluss an der ZHdK

Bevor die Sommerferien beginnen, stellen die Studierenden der ZHdK ihre Abschlussarbeiten aus. Von Apps für angehende Chirurgen bis zu Überbleibseln aus Beziehungen gibt es alles zu entdecken.

Die Exponate belegen die intensive Auseinandersetzung mit einem Thema, auf das die Studierenden häufig durch andere Projekte gestossen sind. Für die letzte grosse Arbeit an der ZHdK wenden sie nochmals ihr ganzes Können und all ihre Kreativität auf.

1001 Fragen zu klären
Auch Felix Spuhler, der seinen Bachelor in der Vertiefung Industrial Design macht, ist durch Zufall zu seinem Projekt gelangt. Er hat ein Gerät entwickelt, das die Abwärme von Strom-Generatoren benutzt, um Sauerstoff für die Versorgung von Notfallpatienten in Krisengebieten zu gewinnen. Die Idee entstand, als er die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa besuchte und dort auf ein neu entwickeltes Filtermaterial aus Keramik stiess. Welche Anwendungsgebiete kämen dafür in Frage? Zwischen dem Besuch bei der Empa und dem 1:1-Modell des Gerätes lagen intensive Recherchen und Abklärungen: Besteht überhaupt ein Bedarf? Wie viel Sauerstoff braucht ein Patient? Welche Masse muss das Gerät haben, um in die genormten Transportsysteme zu passen? Geht von dem Gerät Gefahr aus? Kann es im 24-Stunden-Modus betrieben werden?

Sauerstoff für zehn Patienten
Diese und viele weitere Fragen zu beantworten, hat sich gelohnt: Das entworfene Gerät braucht nicht mehr Platz und kaum mehr Treibstoff als ein Stromgenerator, liefert aber zusätzlich zum Strom des Generators Sauerstoff für zehn Patienten. Produziert wurde das Gerät natürlich noch nicht produziert. Bis ein Projekt dieser Art marktreif wird, kann es Jahre dauern. Dass es aber irgendwann ein einsatzfähiges Gerät nach diesem Prinzip geben wird, scheint nicht unwahrscheinlich. Immerhin soll auch das amerikanische Militär an einem ähnlichen Gerät forschen. Diese Forschung ist streng geheim. Nicht so Felix‘ Projekt, genau so wenig wie die anderen Abschlussarbeiten, die es vom 31. Mai bis zum 12. Juni an der Diplomausstellung zu entdecken gilt.

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